"Kein Zugang für Journalisten"

26. April 2011, 18:21
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Am 3. Mai erinnern Medien und Menschenrechtler, wo in der Welt Pressefreiheit fehlt - Rubina Möhring, Österreich-Chefin von Reporter ohne Grenzen, beginnt darüber einen wöchentlichen Blog auf derStandard.at/Etat

Wien - 22 getötete Journalisten zählt das Internationale Presse Institut IPI in den bisher knapp vier Monaten des Jahres 2011. Zuletzt in Libyen, wo zwei Fotojournalisten bei der Berichterstattung über die Kämpfe um die Stadt Misrata ums Leben kamen.

151 Journalisten weltweit, neun Medienassistenten und 128 Cyberdissidenten listet Reporter ohne Grenzen derzeit als inhaftiert auf, eine weitere Menschenrechtsorganisation im Einsatz für Medienfreiheit. Wohl ohne den Fotografen Anton Hammerl, Südafrikaner mit österreichischen Wurzeln. Er verschwand am 5. April und dürfte wie spanische und US-Journalisten in Libyen festhalten werden. Österreichs Außenministerium setzt sich für seine Freilassung ein.

Fälle wie diesen wird Rubina Möhring ab kommenden Dienstag in ihrem Pressefreiheitsblog auf derStandard.at/Etat schildern. Jedenfalls einmal wöchentlich will die Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich dort kommentieren und "als Watchdog ein Auge auf die Situation der Pressefreiheit haben", sagt sie, "in der weiten Welt wie in Österreich".

Redaktionsgeheimnis

Seit der Oberste Gerichtshof das Redaktionsgeheimnis Ende 2010 umfassend definiert und abgesichert hat, wurde es um das Thema Medienfreiheit in Österreich wieder ruhiger. Die schon lange geplante Novelle zum Mediengesetz - unter anderem mit höheren Entschädigungen und einem Paparazzi-Paragrafen - dürfte durch die Ablöse der Justizministerin noch etwas dauern: "Wir haben das Thema auf dem Radar", sagt Beatrix Karls Sprecher, ersucht aber um Einarbeitungszeit.

"Sehr aufpassen" will Möhring auch in Österreich - auf Medienkonzentration etwa, darauf, dass nicht unter dem Vorwand von Sicherheit Pressefreiheit eingeengt wird, und natürlich, "wie es mit dem ORF weitergeht".

Kommenden Dienstag könnten auf den Titelseiten von Zeitungen Flächen frei bleiben: Der Weltverband der Zeitungen (Wan-Ifra) ruft dazu auf, um die Bedeutung der freien Presse und der Information der Öffentlichkeit zu veranschaulichen. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 27.4.2011)

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    "Kampfzone - kein Zugang für Zivilisten und Journalisten": Sperre vor Ajdabiya in Libyen.

  • "Watchdog" im Web: Rubina Möhring bloggt auf derStandard.at über Pressefreiheit.
    foto: derstandard.at/schüller

    "Watchdog" im Web: Rubina Möhring bloggt auf derStandard.at über Pressefreiheit.

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