Soundforschung: Rudresh Mahanthappa

26. April 2011, 17:06
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Vertreter der New Yorker "South Asians"-Szene am Donnerstag im Porgy & Bess

Im Windschatten des allseits hochgejubelten Vijay Iyer hat in den letzten Jahren ein weiterer Musiker aus der New Yorker "South Asians"-Szene an Profil gewonnen: Altsaxofonist Rudresh Mahanthappa wuchs als Sohn indischer Einwanderer in Colorado auf, Steve Coleman führte den Jungspund Mitte der 1990er-Jahre in die New Yorker Szene ein. Dieser machte bald mit eigenen Formationen auf sich aufmerksam, vor allem im brillanten "Raw Materials"-Duo mit Vijay Iyer. Im Gegensatz zu seinem Pianisten-Freund führt bei Mahanthappa die Vorsicht gegenüber musiktouristischen Fettnäpfen, die in der Reflexion klassischer indischer Musik allenortens bereit stehen, nicht zur völligen Aussparung von direkten Anklängen - Mahanthappa denkt diese freilich in experimentellem Konzeptrahmen weiter: Etwa in Gestalt mikrotonaler Tonhöhen- und Klangfarbenmetamorphosen, dank der ein einziger Ton aus seinem Altsaxofon zur faszinierenden Reise ins mikrokosmische Innere des Sounds avancieren kann. Wie auch durch mitreißende Übersetzungen indischer Tala-Patterns in den freien Jazz-Kontext. Kommenden Donnerstag startet der 40-jährige Mahanthappa in Wien die erste Europatournee seines neuen Quartetts "Samdhi" mit Gitarrist David Gilmore, E-Bassist Rich Brown und Schlagzeuger Damion Reid. (felb/DER STANDARD, Printausgabe, 27. 4. 2011)


28.4., Porgy & Bess, 1., Riemergasse 11, 01/ 512 88 11, 20.30

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