Dialektforschung: So reden mia!

26. April 2011, 17:28
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Freitag: Diskussion mit dem Germanisten Hannes Scheutz

Sprache ist etwas Lebendiges, das gilt vor allem für den Dialekt. Die regionalen und soziokulturellen Färbungen abseits der Schriftsprache sind normalerweise nirgends niedergeschrieben, und sie unterliegen einem permanenten Wandlungsprozess. Der Salzburger Germanist und Sprachwissenschafter Hannes Scheutz forscht seit geraumer Zeit über lokale und regionale Sprachvarianten, vor knapp zwei Jahren präsentierte er einen "sprechenden" Dialektatlas für den Alpenraum. Im Auftrag der Arge Alp sammelten Scheutz und sein Team darin etwa 5500 Begriffe, Redewendungen und Sätze, deren Verbreitungsgebiet vom schweizerischen Graubünden über Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Bayern bis nach Südtirol und das Trentino reicht. Weil der Atlas für das Internet konzipiert worden ist, lassen sich Ausdrücke und ganze Satzkonstruktionen aus verschiedenen Regionen wie Altersstufen schnell und einfach akustisch miteinander vergleichen. Wie viele Dialekte gibt es überhaupt? Sind sie vom Aussterben bedroht? Welchen Einfluss nimmt umgangssprachlicher Jugendslang auf ältere Dialektformen? Im Rahmen des Jahresthemas "Sprache.Fremde.Heimat" in der Seekirchner Kunstbox wird Hannes Scheutz unter dem Titel So redn mia! diese Fragen am Freitag diskutieren - und daneben sicher auch auf lokale Flachgauer Entwicklungen und Eigenarten eingehen. (dog/DER STANDARD, Printausgabe, 27. 4. 2011)


29., Emailwerk, Seekirchen, 0664/230 21 96. 19.00

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