Alarm beim Militär: Waffen aus Libyen in freiem Umlauf

Angst um Erdölanlagen

Algier/Paris - Die Krise in Libyen schürt im benachbarten Algerien die Angst vor Terrorismus. Im Süden des Landes, wo sich die größten Erdölvorkommen befinden, wurde das Militär nach Medienangaben in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Vor allem die zweitgrößte Ölanlage des Landes bei Amenas sei durch Sabotageakte gefährdet, berichtete die algerische Zeitung "L'Expression" am Dienstag. Die Situation sei bedrohlich, da seit Beginn des Bürgerkriegs in Libyen Maschinengewehre, Sprengkörper und Raketen in freiem Umlauf seien. Terrorgruppen wie "Al-Kaida im islamischen Maghreb" (AQMI) könnten davon profitieren. Das Militär habe vor kurzem mehrere Fälle von Waffenschmuggel vereitelt.

"Wir werden alles tun, um den (illegalen) Waffenhandel zu unterbinden", zitierte die Zeitung den algerischen Innenminister Dahou Ould Kablia. Er bestätigte, dass in jüngster Vergangenheit "verdächtige Personen" wiederholt versuchten, illegal über die Grenze zu kommen. Deshalb hatte das Verteidigungsministerium beschlossen, die Truppen an diesem strategisch sensiblen Punkt zu verstärken. Algerien teilt mit Libyen eine mehr als 900 Kilometer lange Grenze.

Der Nordafrika-Ableger von Al-Kaida AQMI profitiert von dem Aufstand in Libyen und soll über Boden-Luft-Raketen verfügen. AQMI ist hervorgegangen aus der fundamentalistischen GSPC ("Salafistische Gruppe für Predigt und Kampf") in Algerien und in den Gebieten der Sahelzone und der Sahara aktiv, die sich auf den Süden Algeriens, den Norden Malis und Nigers sowie den Osten Mauretaniens erstrecken. (APA)

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