Alpha-Magnet-Spektrometer bald auf dem Weg ins All

27. April 2011, 12:07
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Ziel ISS: 1,5 Milliarden teures Instrument soll Aufschluss über Entstehung des Universums und Aufbau der Galaxie geben

Köln/Aachen - Das Alpha-Magnet-Spektrometer (AMS) wird an Bord der Raumfähre Endeavour zur Internationalen Raumstation ISS starten. "Das ist mit Abstand das größte Instrument zur Grundlagenforschung, das je zur ISS gebracht wurde und eines der größten Projekte der internationalen Grundlagenforschung überhaupt", sagte Stefan Schael, Experimentalphysiker der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen, am Dienstag.

Zehn Jahre Feinarbeit

Das 1,5 Milliarden Euro teure Instrument soll Aufschluss über die Entstehung des Universums und den Aufbau der Galaxie geben. Gut 500 Experten aus 16 Ländern hatten zehn Jahre lang an dem Gerät gearbeitet, das die kosmische Höhenstrahlung im Weltraum vermessen wird. Schon wenige Tage nach dem Start soll das sieben Tonnen schwere Messinstrument an der ISS montiert werden.

Dazu wird der Greifarm des Space-Shuttles das AMS aus der Ladebucht heben und an den Greifarm der ISS übergeben. "Das ist in der Tat eine besonders spannende Aktion, die da ansteht", betonte Schael, der an Entwicklung und Bau des Instruments mit seinen 300 Detektorkammern beteiligt war.

Auf der Suche nach Materie und Antimaterie

"Mit AMS werden wir viel über die Zusammensetzung der kosmischen Strahlung lernen und somit auch darüber, wie unsere Galaxie aufgebaut und unser Universum entstanden ist", erklärte der Forscher laut einer Mitteilung. Im Spektrometer zwingen Magneten die durchfliegenden geladenen Teilchen auf Kreisbahnen, aus deren Krümmung die Wissenschafter dann deren elektrische Ladung und Energie bestimmen.

Sobald die 300.000 Antennen des AMS an der ISS richtig justiert seien, könnten Daten an die Erde gehen. Rund 50 Wissenschafter werden zunächst sechs Monate lang von den USA aus AMS überwachen und steuern, dann läuft der Betrieb von Genf aus. (APA)

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    AMS-02 soll die kommenden Jahre die Zusammensetzung der kosmischen Strahlung mit bisher unerreichter Präzision vermessen und dabei insbesonders nach Antimaterie und Dunkler Materie suchen. Würde ein Anti-Kohlenstoffkern entdeckt, bewiese das die Existenz von Sternen aus Antimaterie im Universum.

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