Strabag: Analysten sehen deutliches Ergebnisplus

26. April 2011, 14:31
posten

Wien - Für die am kommenden Donnerstag zur Veröffentlichung anstehenden Jahreszahlen 2010 der heimischen Strabag sehen Analysten einen deutlichen Anstieg des Nettoergebnisses um über sieben Prozent. Der Umsatz dürfte sich mit 0,81 Prozent weiterhin rückläufig zeigen.

Die Experten der UniCredit, Raiffeisen Centrobank (RCB), Erste Group und Goldman Sachs gehen für das Jahresergebnis im Schnitt von einem Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 678,0 Mio. Euro aus, das entspricht einem leichten Minus von 0,93 Prozent. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres belief sich das EBITDA auf rund 684,0 Mio. Euro. Beim operativen Ergebnis (EBIT) erwarten die Experten im Schnitt einen Anstieg um 2,19 Prozent, von 283,0 Mio. Euro im Vorjahr auf 289,0 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2010.

Auch das Nettoergebnis soll laut Schätzungen deutlich zulegen. Die Prognose beläuft sich hier im Schnitt auf 174,0 Mio. Euro, nach einem Nettoergebnis von 162,0 Mio. Euro im Vorjahr. Das entspricht einem Plus von über sieben Prozent. Demgegenüber wird der Umsatz leicht rückläufig gesehen. Im Schnitt belaufen sich die Schätzungen hier auf 12,45 Mrd. Euro, womit die Umsatzerlöse 0,81 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen dürften.

Anstieg der Bauleistung

Die Experten der UniCredit stützen sich bei ihrer Analyse auf den bereits Ende Februar veröffentlichten Anstieg der Bauleistung um 5,5 Prozent. Ihnen zufolge ist dieser vor allem durch Infrastrukturprojekte im Bereich Spezial- und Transportaufträge zurückzuführen. Die rückläufige Bauleistung um 1,9 Prozent erklärten die Analysten mit der geringen Anzahl an Tunnelprojekten, betonen jedoch, dass sich die Leistung im Straßenbau indes erhöht hat. Zur Erinnerung: Am 17. Dezember 2010 gab der Baukonzern bekannt, Teil eines Konsortiums zu sein, das die libysche Autobahn erneuern soll. Der Anteil an dem Projekt beläuft sich auf 62 Mio. Euro.

Die Analysten der RCB erwarten bei der Veröffentlichung der Jahresergebnisse keine nennenswerten anderen Neuigkeiten als jene, die bereits durch das Management Ende Februar gegeben wurde. Sie betonen jedoch, dass die Situation in Libyen und die Fusionsaktivitäten in der Schweiz im Mittelpunkt der am kommenden Donnerstag anstehenden Pressekonferenz stehen werden. In der Schweiz will sich der Baukonzern durch die Übernahme zweier renommierter Bauunternehmen, Brunner Erben und Astrada, zur neuen Nummer drei der Schweizer Baubranche mausern. Weitere Zukäufe seien laut Strabag-Vorstand Thomas Birtel nicht ausgeschlossen.

Die Analysten der Erste Group sind hingegen der Meinung, dass die künftigen Zukäufe schwer abzuschätzen sind, betonen jedoch, dass die Strabag eine starke Bilanz und dementsprechend die finanziellen Möglichkeiten für weitere Zukäufe hätte. Das Hauptthema wird ihnen zufolge der öffentlich finanzierte Bau sein, der weiterhin unter Sparzwängen leidet, während sich der private Bausektor langsam erholt.

Die Goldman Sachs-Experten konzentrieren sich bei ihrer Analyse auf die Tätigkeiten des Baukonzerns in diversen CEE-Staaten. Laut den Analysten ist Strabag in Deutschland mit 40 Prozent zwar gut positioniert, aber die Konzentration auf den "civil space" limitiere das Wachstum. Künftig höhere Wachstumsraten sollen laut Goldman Sachs in Osteuropa und Russland auf den Baukonzern warten, der in diesen Ländern bereits 30 Prozent seiner Umsätze erwirtschaftet. Durch das prall gefüllte Auftragsbuch soll auch die etwas angeschlagene Bauleistung in den nächsten Jahren stetig anwachsen. (APA)

Share if you care.