Listen spielen bei ÖH-Wahl rechtlich untergeordnete Rolle

29. April 2011, 11:53
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Gewählt werden in den meisten Wahlgängen Personen und keine Listen - Fragen und Antworten zum ÖH-Wahlmodus

Die ÖH-Wahl steht vor der Tür. Von 24. bis 26 Mai wird auf den Unis gewählt. Aber welche Organe werden eigentlich an welchen Hochschulen gewählt, wer sitzt in der Bundesversammlung und welche Rolle spielen die Fraktionen? Ein derStandard.at-Versuch, einen komplexen Wahlmodus einfach zu erklären. 

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Frage: Welche Organe werden gewählt?

Antwort: Bei der kommenden ÖH-Wahl werden an den Universitäten die Universitätsvertretung und die Studienvertretung gewählt. An den Fachhochschulen wird die Jahrgangsvertretung, die Studiengangsvertretung und Fachhochschul-Studienvertretung bestimmt. An den Pädagogischen Hochschulen wählen die Studierenden ihre Studiengangsvertreter, die Vorsitzenden werden wiederum von den Studiengangsvertretern gewählt. Die ÖH-Bundesvertretung wird ebenfalls nur indirekt gewählt.

Frage: Wie setzt sich die Bundesvertretung zusammen?

Antwort: Die Mandate innerhalb der Bundesvertretung werden je nach Anzahl der Studierenden vergeben. Große Universitäten haben also mehr Mandate als kleine.

Die Studiengangsvertreter der Fachhochschulen entsenden ab einer Größe von tausend Studierenden einen Mandatar in die Bundesvertretung. Demnach werden nach diesem Wahlgang 16 Mandatare für Fachhochschulen im Studierendenparlament sitzen. Die Pädagogischen Hochschulen haben fünf Sitze zur Verfügung. Nach der Wahl im Mai werden demnach fix 89 Mandatare im Studierendenparlament sitzen. Zusätzlich können Mandatare aber auch über Listen in die Bundesvertretung gewählt werden. Pro tausend Stimmen, die für eine Liste abgegeben werden, wird ein Mandatar entsandt. Es wird erwartet, dass auf diesem Weg zu den 89 fixen Mandataren noch sechs bis acht weitere hinzukommen.

Frage: Wie wird die Bundesvertretung gewählt?

Antwort: Die Bundesvertretung wird indirekt gewählt. Die Universitätsvertreter, die Fachhochschulvertreter und die Vorsitzenden der Pädagogischen Hochschulen entsenden ihre Mandatare ins Studierendenparlament. Kandidiert etwa eine Liste auf einer Universität nicht, kann sie auch nicht gewählt werden. Einzelne Studierende können also nicht bestimmen, wer sie auf Bundesebene vertreten wird. An den Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen können nur Personen, aber keine Listen kandidieren, weshalb manche der entsandten Mandatare in der vergangenen Amtsperiode erst im Parlament zu einer Fraktion (Fraktion engagierter Studierender) zusammengeschlossen haben.

Frage: Wann werden Listen, wann Personen gewählt?

Antwort: Die Studiengangs- bzw. Studienvertretungswahl ist an allen Hochschulen eine Personenwahl. Die Universitätsvertretung ist eine Listenwahl. Es tritt aber nicht jede Liste an jeder Universität an, weshalb die Ergebnisse von Universität zu Universität stark variieren können. An Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen werden nur Personen gewählt. Fraktionen können sich erst im Parlament zusammenschließen.

Frage: Wann ist die ÖH-Wahl?

Antwort: Die ÖH-Wahl an den Universitäten findet von 24. bis 26. Mai statt. An den Fachhochschulen sind die Termine unterschiedlich, die Wahlen sind im Mai oder Juni anzusetzen. Die Wahlen an den Pädagogischen Hochschulen sind erst wieder im Herbst. Die Studiengangsvertretung wird an FHs und PHs jedes Jahr neu gewählt, in die Bundesvertretung werden die Mandatare alle zwei Jahre entsendet. Die konstituierende Sitzung der ÖH-Bundesvertretung findet am 29. Juni 2011 statt. (Lisa Aigner, derStandard.at, 29.4.2011)

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    Von 24. - 26. Mai wird die ÖH an den Unis gewählt. Die FHs wählen zu unterschiedlichen Terminen, die PHs erst im Herbst.

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