Kaká als Ingredienz des "Anti-Barca-Mittels"

26. April 2011, 14:27
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Brasilianer im nächsten Duell mit Barcelona statt Özil im Real-Mittelfeld - Guardiola gibt den Underdog: "Wissen, dass alles gegen uns spricht"

Madrid - Am Mittwoch (20.45 Uhr/live ORFeins und Sky) steht im Semifinal-Hinspiel der Champions League Teil drei des Blockbusters Real Madrid vs FC Barcelona. In der Liga gab es zuletzt an selber Stelle ein 1:1, im Endspiel um die "Copa del Rey" folgte in Valencia ein 1:0 des Weißen Balletts nach Verlängerung.

Das diesmalige Aufeinandertreffen ist das insgesamt 212. Duell (86:82 Siege bei 43 Remis, 356:339 Tore), das siebente im Europacup (3-2-1/12:7). Zuletzt matchten sich die zwei Rivalen in der Königsklasse 2002, als am 23. April die Madrilenen im Camp Nou 2:0 gewannen und am 1. Mai durch ein 1:1 im Rückspiel ins Finale der Champions League einzogen und dann in Glasgow gegen Bayer Leverkusen durch ein 2:1 die wertvollste Trophäe zum neunten und bisher letzten Mal holten.

Kapitän Iker Casillas, einziges Überbleibsel der "Galaktischen" gab sich optimistisch: "Jetzt wollen wir auch die Champions League gewinnen!" Selbstvertrauen strahlt auch Cristiano Ronaldo aus. "Wir sind momentan die beiden besten Teams der Welt. Es wird nicht nur für uns Spieler interessant, sondern auch für die Fans und jeden, den Fußball begeistert. Barca spielt unglaublich Fußball, aber auch wir sind sehr stark", sagte der Portugiese.

Und Trainer Jose Mourinho tönte nach dem Cup-Triumph: "Wir wollen mehr!" Der Real-Trainer will nachweisen, tatsächlich das das "Anti-Barca-Mittel" gefunden zu haben. Der Portugiese zeigte schon vor einem Jahr mit Inter Mailand im Halbfinale vor, dass die katalanischen Ballzauberer verwundbar sind. Im Kampf um die "Copa del Rey" hatte Real mit einem verstärkten Mittelfeld die Achse um Iniesta, Xavi und Messi lange Zeit im Griff gehabt.

"Er wird alles ihm zur Verfügung Stehende nützen, um uns wieder zu bezwingen. Es ist normal, dass die Madrilenen ein besonderes Augenmerk auf ihre Defensive legen und damit unser Passspiel unterbinden wollen", glaubt Barcas Innenverteidiger Gerard Pique. "Wir wissen, dass alles gegen uns spricht. Kaum jemand wird auf uns setzen", meinte Trainer Josep Guardiola. Damit dürfte er im Tiefstapeln sogar Paul Gludovatz unterboten haben - und der ist in dieser Disziplin bekanntlich Weltklasse.

Doch die Gewichte dürften sich tatsächlich etwas verschoben haben.  Während Real in Hochform spielt und am Wochenende in Valencia mit 6:3 triumphierte, läuft es bei Fast-Meister Barcelona zuletzt nicht mehr so rund wie gewohnt. Beim 2:0 gegen Osauna zeigte der Tabellenführer eines seiner schwächsten Saisonspiele. Das Positivste daran war vielleicht das Ende der Durststrecke von elf torloses für  David Villa. "Wir müssen etwas ändern, aber wir werden an unserem Stil festhalten. Ich erwarte Real wieder defensiv. Das kümmert uns aber nicht. Wir sind Barca und werden zu 100 Prozent wie Barca agieren", kündigte Verteidiger Dani Alves an.

Bei Real dürfte Kaká nach seiner Galavorstellung gegen Valencia vor der Rückkehr in die Stammformation stehen."Er hat fantastisch gespielt", lobte Mourinho den Brasilianer, der am Wochenende für Mesut Özil zum Einsatz gekommen war. Er erzielte zwei Treffer selbst und bereitete zwei weitere vor.  Da der frühere Star des AC Mailand in Spanien nie die Form früherer Tage erreicht hatte, wurde in der Hauptstadt bereits über den Abgang des 29-Jährigen spekuliert.

Beide Mannschaften müssen Ausfälle verkraften. Real muss ohne den gesperrten Abwehrchef Ricardo Carvalho und den Deutschen Sami Khedira auskommen, auf der Gegenseite fehlen Eric Abidal, Adriano Correia und Maxwell.

Unparteiischer "Messi-Fan"

Der Trubel im Vorfeld des seit langer Zeit ausverkauften Matches hat die Schwarzmarktpreise für die Eintrittskarten noch einmal in die Höhe getrieben. Bis zu 1500 Euro müssen die Fans berappen, um ihre Lieblinge im vierten Duell der laufenden Saison bewundern zu können. In Madrid heizte die Real-nahe Sportzeitung AS die Stimmung ein bisschen an. Das Blatt nahm den deutschen Schiedsrichter Wolfgang Stark ins Visier: "Stark, ein Fan von Messi", titelte die Zeitung und bezog sich auf Aussagen Starks während der WM 2010. In Südafrika hatte der Unparteiische den Argentinier als einen der besten Spieler der Welt bezeichnet. (APA//Reuters/sid/red)

Mögliche Aufstellungen:

Madrid: Casillas - Ramos, Albiol, Arbeloa, Marcelo - Diarra, Alonso, Pepe - Kaká, Cristiano Ronaldo, Di Maria. - Trainer: Mourinho

Barcelona: Valdes - Alves, Mascherano, Pique, Puyol - Iniesta, Busquets, Xavi - Pedro, Messi, Villa. - Trainer: Guardiola

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    Kaká sollte am Mittwoch eine Zutat in Mourinhos Anti-Barca-Mixtur darstellen.

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