"Jetzt oder nie!" - Effenberg will die Revolution

26. April 2011, 13:53
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Ehemaliger Borussen-Profi Oppositionskandidat für den Posten des Sportdirektors beim abstiegsbedrohten Traditionsklub

Mönchengladbach -Stefan Effenberg hat sich überraschend als neuer Sportdirektor beim Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach ins Gespräch gebracht. "Es ist mir eine Herzensangelegenheit, der Borussia zu helfen. Ich will, dass auf der Jahreshauptversammlung Geschichte geschrieben wird. Es muss endlich etwas verändert werden", sagte der ehemalige deutsche Nationalspieler am Dienstag.

Effenberg geht als Kandidat der "Initiative Borussia" ins Rennen, die am 29. Mai das Führungsteam um Präsident Rolf Königs und Sportdirektor Max Eberl stürzen will. Beide hatten zuletzt ihre Entschlossenheit zum Bleiben verkündet. Mit Effenberg als Zugpferd hat die Opposition aber nun enormen Rückenwind bekommen. Der Zusammenschluss aus Unternehmern und Wirtschaftsvertretern will eine Satzungsänderung durchsetzen, nach der Königs abgewählt werden kann. Dazu ist eine Zweidrittel-Mehrheit der anwesenden Mitglieder nötig.

"Ich kann versprechen, dass ich mich mit Leib und Seele um unsere Borussia kümmern werde", sagte Effenberg, der seine Karriere 1987 bei der Borussia begann und 1995 mit dem Pokalsieg den letzten Titel für den fünffachen deutschen Meister gewann. "Wir sind der Meinung, dass es Borussia sportlich nicht gut geht. Wir wollen Effenberg nicht nur als Sportdirektor, sondern auch als Vorstand der Geschäftsführung verpflichten. Das ist das Bremer Modell mit Klaus Allofs", sagte Initiativen-Sprecher Norbert Kox.

In Fankreisen ist der Vorstoß nicht unumstritten. Auch eine gemäßigtere "Mitglieder-Offensive" hat Anträge auf Satzungsänderungen eingereicht. Deren Sprecherl zeigte sich "überrascht" von den Entwicklungen. "Es ist ein Unding, dass die Vereinsführung Effenberg nicht davon abhalten konnte, zu einer Revolutionsgruppe zu gehen. Das zeigt ihre Schwäche in der Personalpolitik", hieß es. Mit der Präsentation einer populären Frontfigur würde die Initiative versuchen ihre inhaltlichen Defizite zu übertünchen.

Am Mittwoch wird die Dachorganisation der Borussia-Anhänger auf ihrer Jahreshauptversammlung ihre Mitglieder über die Entwicklungen informieren. "Effenberg hat in der Fanszene noch immer einen klangvollen Namen. Wir bewerten es durchaus positiv, dass er sein Konzept den Fans vorstellen möchte. Allerdings wollen wir eine realistische Einschätzungen der Möglichkeiten und keine Träumereien", sagte der Vorsitzende Thomas Ludwig.

Effenberg, der in den kommenden Wochen den Trainerschein machen will, zieht nun erst einmal in den Wahlkampf: Bei mehreren Veranstaltungen stellt sich der 42-Jährige den Fragen der Anhänger. "Gebt mir das Vertrauen. Jetzt oder nie!", hieß es in einem handgeschriebenen Brief Effenbergs , der an alle Fanklubvertreter der vom Abstieg bedrohten Borussia geschickt wurde. (sid/red)

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    Stefan Effenberg und Ehefrau Claudia, die auch als seine Managerin fungiert, in bester Laune am Oktoberfest. Auch im Borussia-Park von Mönchengladbach soll künftig die Laune steigen, dafür will Effenberg als Sportdirektor des Traditionsklubs sorgen.

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