Bankomat explodiert - Beschuldigter verletzt im Spital

26. April 2011, 13:57
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Mehrere Meter lange Blutspur am Tatort - Dritter Vorfall in Wien

Wien - Wieder haben Kriminelle einen Bankomaten in Wien gesprengt und Beute gemacht. Diesmal ging die Explosion, die zwei bis drei Täter in der Nacht auf Dienstag im Foyer einer Bank Austria-Filiale in Favoriten mit einem Gasgemisch ausgelöst haben, aber für zumindest einen der Männer daneben: Der 26-Jährige hat sich Verletzungen zugezogen. Vermutlich war die Sprengung zu früh erfolgt. Der Mann wurde festgenommen.

Die Räuber kamen gegen 2.30 Uhr in die Filiale am Tesarekplatz 1. Sie erbeuteten "einen geringen Geldbetrag, aber nicht die Geldkassette", sagte Polizeisprecher Roman Hahslinger der APA. Die Ermittler hoffen jetzt auf brauchbare Fotos aus den Überwachungskameras.

Die Sofortfahndung unmittelbar nach der Sprengung brachte keinen Erfolg. Kurz vor 6.00 Uhr erhielt dann das Landeskriminalamt Wien einen Hinweis, dass ein Mann, der erhebliche Verletzungen aufwies, in einem Wiener Spital randaliere. Dabei handelt es sich um einen 26-jährigen Wiener. Er war mit Kopf-, Arm- und Beinverletzungen im Krankenhaus gelandet, vor allem Brandwunden und Abschürfungen.

Behandlung verweigert: Polizei verständigt

Wie er ins Spital gekommen ist, konnte Hahslinger zunächst nicht sagen. "Es besteht keine Lebensgefahr", wusste der Polizeisprecher. Offenbar hatte der Wiener zunächst im Schock die Behandlung verweigert, weshalb die Exekutive eingeschaltet wurde.

Der Mann wurde einer ersten Befragung unterzogen, wobei er einen Zusammenhang mit der Bankomat-Sprengung zunächst leugnete, sich aber in Widersprüche verwickelt habe. Schließlich habe sich "der Tatverdacht erhärtet", berichtete die Polizei. Der 26-Jährige habe zwar kein Geständnis abgelegt, aber sinngemäß eingeräumt, er wisse, dass er "jetzt zehn Jahr' in Häf'n" gehen werde. Bisher sei der Arbeitslose polizeilich nicht in Erscheinung getreten. Er bleibt zur Beobachtung im Spital, unter den Augen von Justizwachebeamten.

Am Tatort, dem Favoritner Tesarekplatz, zeugte neben erheblichem Sachschaden in der Filiale eine mehrere Meter lange Blutspur von der Explosion. Es handelt sich um die dritte Bankomat-Sprengung in Wien. Insgesamt haben kriminelle Banden bisher vier Geldausgabeautomaten in Österreich in die Luft gejagt, drei in Wien, den ersten im vergangenen September in Brunn am Gebirge. Zuletzt waren Geldinstitute in der Alma-Rose-Gasse in Favoriten sowie in der Ghegastraße im Bezirk Landstraße betroffen gewesen. (APA)

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