Wie haben sich aerobe Lebewesen entwickelt?

30. April 2011, 16:49
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Projekt "Oxygen" untersucht Zonen mit stark reduziertem Sauerstoffgehalt

Graz - Mithilfe von hochgenauen Sauerstoffsonden und -sensoren, die an der TU Graz entwickelt wurden, geht ein europäisches Forschungsprojekt der Frage nach, unter welchen Umständen sich die frühen Lebewesen entwickelt haben. Konkret wird im Projekt "Oxygen" untersucht, welche aeroben - auf Sauerstoff angewiesene - Organismen in der Lage sind, mit geringem Sauerstoffgehalt auszukommen, teilte die TU Graz am Dienstag mit.

Oxygen Minimum Zones

Welche Rolle spielte der Sauerstoff in der frühen Evolution? Mit dieser Frage beschäftigen sich Meeresökologen der dänischen Universitäten Odense und Aarhus in Kooperation mit Chemikern der TU Graz. Um die Lebensbedingungen, wie sie zu Beginn des Lebens auf unserem Planeten geherrscht haben könnten, optimal simulieren zu können, konzentrieren sich die Wissenschafter sogenannte "Oxygen Minimum" Zones in den Ozeanen - also "Sauerstoffminimumzonen" mit stark reduziertem Sauerstoffgehalt - und untersuchen die darin zu findenden Mikroorganismen.

Mit dabei beim Experiment: spezielle Grazer Messtechnik, die extrem geringe Konzentrationen - bis zu einem Millionstel des heutigen Sauerstoffgehaltes - zuverlässig messen kann. "Unsere Kollegen in Dänemark haben bereits Bakterien gefunden, die solch geringe Sauerstoffmengen für aerobe Stoffwechselprozesse nutzen können" schilderte Ingo Klimant, Leiter des Instituts für Analytische Chemie und Lebensmittelchemie an der TU Graz.

Präzise Messungen möglich

Für das Forschungsprojekt wurden an der TU Graz neue optische Sonden auf Basis von Lumineszenzfarbstoffen entwickelt. Die Leuchteigenschaften dieser Farbstoffe werden von Sauerstoff beeinflusst. Die Sonden sollen noch geringste Spuren von gelöstem Sauerstoff präzise messen und erkennen, wenn Bakterien mit Sauerstoff reagieren, erklärt Klimant. Sowohl die Sensormaterialien als auch spezielle Messgeräte wurden an der TU Graz entwickelt. Sie werden für Messungen unter Laborbedingungen sowie auch in der Tiefsee zum Einsatz kommen.

Koordiniert wird das gerade angelaufene Fünfjahresprojekt von der Syddansk Universitet Odense. Dotiert ist es mit rund 2,5 Millionen Euro durch einen "Advanced Grant" des Europäischen Forschungsrates (ERC). Die TU Graz nimmt erstmals an einem solchen ERC-Projekt teil. (APA/red)

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