Chilenischer Dichter Gonzalo Rojas gestorben

26. April 2011, 12:03
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Poet hatte auch politische Ämter bekleidet - nach dem Pinochet-Putsch ging er ins Exil

Santiago de Chile - Der chilenische Dichter Gonzalo Rojas, einer der bedeutendsten lateinamerikanischen Poeten der Gegenwart, ist tot. Wie die Familie am Montag mitteilte, erlag der Autor im Alter von 93 Jahren in Santiago de Chile einem Hirnschlag. Rojas hatte schon seit Monaten mit dem Tode gerungen.

In seinen Gedichten befasste er sich vor allem mit Themen wie der Liebe, der Erotik und der Vergänglichkeit des Lebens. Er galt als einer der Erben des großen chilenischen Dichters Pablo Neruda (1904-1973). Einige seiner Werke wurden auch ins Deutsche übersetzt, er selbst verehrte die deutschen Romantiker wie Novalis und Hölderlin.

Im Exil

Unter dem sozialistischen chilenischen Präsidenten Salvador Allende hatte Rojas als Diplomat in China und Kuba fungiert. In Havanna war er chilenischer Kulturattaché und wurde dort 1973 vom Militärputsch der Pinochet-Junta überrascht. Nach dem Sturz Allendes ging Rojas in die DDR ins Exil. Dort erhielt er eine Gastprofessur in Rostock, durfte aber keine Vorlesungen halten. Er verließ die DDR bald wieder, nahm Gastprofessuren in Venezuela und den USA an und kehrte 1979 in sein Heimatland zurück. Auch dort durfte er keine Vorlesungen halten und hielt sich mit Gastprofessuren im Ausland über Wasser.

Ab den späten 90ern wurde Rojas vermehrt mit internationalen Preisen bedacht - darunter als Höhepunkt 2003 mit dem Cervantes-Preis, dem wichtigsten Literaturpreis der spanischsprachigen Welt. (APA/red)

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