Gericht bestätigt Haft­strafe für Ex-Börsenstar

26. April 2011, 11:46
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Der Gründer der Skandalfirma Livedoor muss endgültig wegen Bilanzfälschung für zweieinhalb Jahre hinter Gitter, das Gericht wies die Berufung zurück

Tokio - Der einstige japanische Börsenstar Takafumi Horie muss nun endgültig in Haft. Das Oberste Gericht Japans bestätigte am Dienstag nochmals die zweieinhalbjährige Haftstrafe für den Gründer der Skandalfirma Livedoor wegen Bilanzfälschung. Schon im Juli 2008 hatte das Gericht eine Berufung des 38-jährigen Horie zurückgewiesen.

Horie gilt als Verantwortlicher für den Livedoor-Skandal, der Anfang 2006 in Japan beispiellose Turbulenzen ausgelöst hatte. Nachdem die Ermittlungen bekanntgeworden waren, musste die Börse in Tokio erstmals in ihrer Geschichte den Handel aussetzen: Eine Flut von Verkaufsanträgen hatte das Computersystem völlig überfordert.

Der exzentrische Jungunternehmer, der sich in seinem Auftreten und seinen Geschäftsmethoden stets provokativ von der konservativen japanischen Geschäftswelt abzusetzen bemühte, hatte in kürzester Zeit etliche Firmen aufgekauft und ein mächtiges Internetimperium aufgebaut. Um dieses zu retten, hatte der ehemalige Liebling japanischer Medien nach Überzeugung des Gerichts einen Millionenverlust kurzerhand in einen Milliardengewinn umdeklariert.

Nach seiner Verurteilung in erster Instanz hatte Horie im März 2007 umgehend Berufung eingelegt und war gegen die Zahlung von 500 Mio. Yen (4,2 Mio. Euro) auf freien Fuß gekommen. Er hatte bis zuletzt seine Unschuld beteuert. (APA)

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    Der exzentrische Jungunternehmer Horie, der sich in seinem Auftreten und seinen Geschäftsmethoden stets provokativ von der konservativen japanischen Geschäftswelt abzusetzen bemühte, hatte in kürzester Zeit etliche Firmen aufgekauft und ein mächtiges Internetimperium aufgebaut

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