Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal verbessert

26. April 2011, 13:37
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Wien - Der Vorstand des steirischen Kleinmotorenhersteller ATB Austria Antriebstechnik berichtet in einer Stellungnahme zur vorwöchigen Pflichtmitteilung von einer Umsatz- und Ergebnisverbesserung im ersten Quartal 2011 und von über Plan liegenden Auftragseingängen. Konkrete Zahlen wurden in einer Aussendung am Dienstag nicht genannt. In Abhängigkeit von der weiteren Markterholung werden für einzelne Segmente auch Kapazitätserweiterungen überlegt, heißt es.

Die zur insolventen A-Tec-Gruppe gehörende ATB AG hat in der Vorwoche gemeldet, dass der Jahresverlust "wahrscheinlich" die Höhe des halben Grundkapitals überschreiten werde.

Der Vorstand betont heute, dass dies im Wesentlichen auf "Bewertungs- und Bilanzierungsfragen" zurückzuführen und in engem Zusammenhang mit dem derzeit laufenden Sanierungsverfahren der A-Tec Industries zu sehen sei, und nicht in Verbindung mit der operativen Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit des Unternehmens bzw. seiner Tochtergesellschaften stehe.

Vielmehr arbeite der Vorstand an entsprechenden Sanierungsmaßnahmen des Bilanzbildes als Teil einer umfassenden Sanierung des Unternehmens. Zahlreiche Maßnahmen seien gesetzt worden, um etwa am Trend in Richtung energieeffizienter Elektromotoren zu partizipieren.

Aktionärstreffen am 16. Mai

Der Kleinmotorenhersteller hält am 16. Mai ein Aktionärstreffen ab, dessen einziger Tagesordnungspunkt darin besteht, den Aktionären mitzuteilen, dass der Verlust des Jahres 2010 höher ausfallen wird als 13,4 Mio. Euro - die Hälfte des Grundkapitals der Gesellschaft. Damit wird dem Paragraph 83 des Aktiengesetzes genüge getan, der dem Vorstand eine solche "Anzeige" auferlegt.

Besteht unter den Aktionären Einigkeit über eine Kapitalspritze wird bei derlei Hauptversammlungen üblicherweise eine Kapitalerhöhung beschlossen. Ein solcher Tagesordnungspunkt fehlt aber am 16. Mai. Dass damit das Schicksal der ATB besiegelt ist, wird in der A-Tec, die die Öffentlichkeitsarbeit für ATB macht, abgestritten. "Dr. Kovats und DI Schmidt denken sehr wohl über eigenkapitalwirksame Maßnahmen nach", hieß es am Montag.

Die genaue Verlusthöhe werde auch Mitte Mai noch nicht bekannt sein, da die Zahlen bis Ende Mai verschoben wurden. Sie werde aber höher als die Hälfte des Grundkapitals liegen. Die Verluste seien nicht auf das operative Geschäft, sondern auf hohe außerordentliche Abschreibungen auf die in den vergangenen Jahren zugekauften Beteiligungen zurückzuführen.

Franz Blantz vom Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) in Graz sagte der APA, er erwarte, dass sich das ATB-Schicksal wohl bei der Investorensuche der A-Tec ergeben werde. Zahlungsengpässe der ATB, die in Spielberg mit rund 500 Mitarbeitern produziert, seien ihm keine bekannt.

Laut Blantz muss die Verlustanzeige gemäß Aktiengesetz auch nicht unbedingt zu einer Rekapitalisierung führen. Gebe es eine "positive Fortführungsprognose", liege nicht zwingend ein "insolvenzrechtlicher Tatbestand" vor. (APA)

 

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