Mit "unrealistischen Erwartungen" aufräumen

26. April 2011, 10:28
32 Postings

Bei erstem "Tag der offenen Tür" sollen falsche Vorstellungen vom Studium zurechtgerückt werden

Wien - Beim ersten "Tag der offenen Tür" können sich am Wiener Institut für Publizistik am 30. April interessierte Schüler über das Studienangebot informieren. Die Institutsgruppe (IG) Publizistik, die die Veranstaltung organisiert, will dabei weder für das traditionell überlaufene Fach werben, noch Interessenten abschrecken. "Unser Ziel ist es, bereits vorher einen realistischen Blick auf die Inhalte des Studiums zu geben und mit unrealistischen Erwartungen aufzuräumen", so Elisabeth Gugumuck von der IG am Samstag in einer Aussendung.

"Mini-Vorlesungen" zum Kennelernen

Geboten werden neben Informationen über die Studieninhalte auch "Mini-Vorlesungen" von Lehrenden zu den Theorien der Publizistik und Kommunikationswissenschaft, anschließend können Miniworkshops besucht oder Meinungen ausgetauscht werden. Auch die Spezialgebiete der Publizistik werden vorgestellt.

"Wissenschaft und keine Fachhochschule"

Grund für die Initiative ist, dass viele Studenten das Studium mit falschen Erwartungen beginnen und oft schon nach einem Semester abbrechen, heißt es in der Aussendung. "Sie erwarten sich oft eine praktische Journalismus-Ausbildung, das ist aber nur ein ganz geringer Teil des Studiums", so Nina Putz von der IG. In dem Fach gehe es aber eher um die Frage, wie Medien wirken und um deren Analyse. Mit den weiteren Fachbereichen PR und Werbung sei zudem sehr breitgefächert. "Es ist eben Wissenschaft und keine Fachhochschule."

Dass das Publizistik-Studium lediglich eine Vor- aber keine Ausbildung ist, wird seit jeher in den Einführungsvorlesungen betont. "Aber wenn die Schüler schon vor der Inskription aufgeklärt sind, ist es leichter sich für ein anderes Studium oder eine FH zu entscheiden."

Publizisitik-Studium ist zugangsbeschränkt

Wie auch an den Publizistik-Instituten in Salzburg und Klagenfurt ist das Studium in Wien seit dem Wintersemester 2010/11 über den "Notfallsparagrafen" zugangsbeschränkt. Dieser sieht vor, dass in Studien, in denen es wegen des Andrangs ausländischer Studenten in deutschen Numerus-Clausus-Fächern zu "unvertretbaren Studienbedingungen" kommt, die Zahl der Plätze begrenzt werden kann. Skurrilerweise hat die Regelung dazu geführt, dass sich weniger Personen bewarben als Plätze zur Verfügung standen (970 Bewerber für 1.123 Plätze).

Für Publizistik hatte es schon seit 2005 Beschränkungen gegeben, nur für das Studienjahr 2009 wurden sie kurzfristig ausgesetzt. Damals hatten sich SPÖ, FPÖ und Grüne auf die de-facto-Abschaffung der Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen an Unis geeinigt. (APA)

  • In "Mini-Vorlesungen" werden Publzistik-Interessierten die Inhalte des Studiums vorgestellt.
    foto: standard/cremer

    In "Mini-Vorlesungen" werden Publzistik-Interessierten die Inhalte des Studiums vorgestellt.

Share if you care.