Anschlag auf Marine: Vier Tote, 57 Verletzte

26. April 2011, 16:40
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Bombenanschlägen auf Busse

Karachi - Bei zwei Bombenanschlägen auf Busse der pakistanischen Marine in der Wirtschaftsmetropole Karachi sind am Dienstag mindestens vier Menschen getötet worden. 57 Menschen seien bei den Explosionen verletzt worden, sagte ein Marinesprecher. Bereits am Montagabend hatten Bewaffnete in der angrenzenden Provinz Baluchistan einen Bus angezündet und dabei mindestens 13 Menschen getötet.

Die vier Toten in der Hafenstadt Karachi seien allesamt Angehörige der Marine, sagte der Marinesprecher. Unter den Toten seien eine Ärztin und ein ziviler Angestellter. Von den 57 Verletzten seien 50 Marineangehörige.

Die Sprengsätze detonierten in zwei verschiedenen Stadtteilen, als die Busse passierten. Zu dem Zeitpunkt war viel Verkehr auf den Straßen unterwegs. Nach Angaben der Provinzregierung war einer der Sprengsätze an einem Motorrad versteckt, der andere unter einem Müllhaufen. Sie sollen ferngezündet gewesen sein. Fernsehbilder zeigten die Busse mit geborstenen Scheiben und ein zerstörtes Motorrad.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand, die Behörden machten aber umgehend islamistische Gruppen verantwortlich. Regierungschef Yousuf Raza Gilani verurteilte die Anschläge. Sie könnten nicht die Entschlossenheit des Landes und der Armee mindern, gegen die Gefahr von "Militanz und Extremismus" vorzugehen.

In Pakistan wurden in den vergangenen vier Jahren mehr als 4.200 Menschen bei Bombenanschlägen getötet. Die meisten der Anschläge ereignen sich aber im Nordwesten des Landes, der als Hochburg islamistischer Kämpfer und Rückzugsgebiet der Taliban und des Terrornetzwerks Al-Kaida gilt. In der im Süden gelegene Hafenstadt Karachi, in der der Großteil der pakistanischen Marine stationiert ist, sind solche Anschläge hingegen selten.

Die beiden Anschläge auf die Marine-Busse standen in keinem sichtbaren Zusammenhang mit dem Angriff auf einen Passagierbus in der Provinz Baluchistan vom Montagabend. Bewaffnete attackierten auf einer Autobahn in Sibbi, 180 Kilometer südöstlich von der Provinzhauptstadt Quetta, einen Bus und setzten ihn in Brand, wie ein Polizeisprecher am Dienstag sagte. Unter den 13 Todesopfern seien vier Kinder und drei Frauen. (APA)

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