Walfänger erstmals seit Tsunami wieder auf See

26. April 2011, 08:51
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Drei Schiffe sollen bis Juni entlang der Küste Hokkaidos bis zu 60 Zwergwale zu "wissenschaftlichen Zwecken" erlegen

Japans Walfänger sind wieder unterwegs. Drei Walfangschiffe sind von Kushiro auf der nordjapanischen Insel Hokkaido aus aufgebrochen. Damit beginne die Frühjahrssaison des japanischen Walfangs, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo. Das Ziel der Schiffe sei es, bis zu 60 Zwergwale zu erlegen.

Der bisherige Walfanghafen Ayukawa in Ishinomaki war von Erdbeben und Tsunami schwer zerstört worden. Daher startete die Flotte dieses Mal von Kushiro aus. Der Walfang soll nach Angaben der japanischen Regierung wissenschaftlichen Zwecken dienen.

Nach Radioaktivität fahnden

"Dabei wird jedes Mal der Mageninhalt untersucht - viel Neues kommt aber dabei nicht heraus", kommentierte Petra Deimer von der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM). "Dieses Mal haben sie einen neuen Aspekt entdeckt und wollen nach Radioaktivität in den Tieren suchen."

Die Zahl der Zwergwale, die in den pazifischen Küstengewässern getötet werden sollen, ist ähnlich wie in den vergangenen Jahren. Insgesamt jagen die Japaner Hunderte von Walen pro Jahr, vor allem in der Wintersaison auf der Südhalbkugel, wie Deimer erläuterte. Wegen waghalsiger Störmanöver durch die Tierschutzgruppe Sea Shepherd hatte die japanische Walfangflotte ihre letzte Saison im Februar vorzeitig abgebrochen.

Kein Verstoß gegen Walfangmoratorium

Seit 1986 das internationale Walfangmoratorium in Kraft trat, betreibt Japan den Walfang nach eigener Darstellung nur zu "wissenschaftlichen Zwecken". Dass das Fleisch später zum Verzehr freigegeben wird, stellt ebenfalls keinen Verstoß gegen das Walfangmoratorium dar. Kritiker sehen in der wissenschaftlichen Untersuchung allerdings nur einen Vorwand. (APA)

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