Euro erstmals seit 16 Monaten über 1,47 Dollar

27. April 2011, 17:13
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Frankfurt - Der Kurs des Euro ist am Mittwoch erstmals seit 16 Monaten über die Marke von 1,47 US-Dollar gestiegen. In der Spitze kletterte der Eurokurs bis auf 1,4713 Dollar. Die Gemeinschaftswährung wurde am späten Nachmittag mit 1,4673 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,4668 (Dienstag: 1,4617) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6818 (0,6841) Euro.

"Die Märkte gehen weiter von einer Fortsetzung der sehr laxen Geldpolitik der US-Notenbank aus", sagte Ulrich Wortberg, Devisenexperte bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Fed-Chef Ben Bernanke werde am Mittwochabend wahrscheinlich kein Signal für eine Zinswende geben. Der Leitzins sollte nach einhelliger Einschätzung von Volkswirten auf dem Rekordtiefstand von 0,0 bis 0,25 Prozent verharren.

In der Eurozone deutet hingegen alles auf weitere Zinserhöhungen hin. Vertreter der Notenbank hatten zuletzt immer wieder vor Inflationsgefahren gewarnt. Auch die in Deutschland im April deutlich gestiegenen Verbraucherpreise sprächen für steigende Leitzinsen in der Eurozone, sagte Wortberg. Die Jahresinflationsrate war von 2,1 Prozent im März auf 2,4 Prozent im April gestiegen. Die EZB hatte bereits Anfang April ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent angehoben, um die Inflation zu bekämpfen. Die steigende Zinsdifferenz zwischen der Eurozone und den USA macht den Euro für Anleger attraktiver.

Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88640 (0,88715) Britische Pfund, 120,66 (119,43) Japanische Yen und 1,2886 (1,2830) Schweizer Franken fest. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold wurde in London am Nachmittag mit 1.511,00 (1.497,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete wie am Vortag 32.520,00 (32.520,00) Euro. (APA)

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