"Die Suppe ist zu dünn"

25. April 2011, 18:49
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VP-Stiftungsrat Krainer findet Mail an Wrabetz "degoutant", sieht aber keine Handhabe

Wien - Hart befragte VP-Stiftungsrat Franz Krainer ORF-Chef Alexander Wrabetz, was er Walter Meischberger für die Wahl zum General 2006 versprochen habe. "Strafrechtliche Tatbestände" vermutete der Anwalt gar.

"Welche Zusagen haben Sie dem Herrn Meischberger gemacht, die er detailliert in diesem Mail (An Wrabetz aus 2007, Anm.) auflistet?", zitiert das Sitzungsprotokoll Krainer: "Das beginne bei einer Gehaltserhöhung für einen Redakteur, gehe weiter über die Zusage einer Sendung ... und eine ORF-Plattform, die Meischberger im Auftrag des Generaldirektors hätte ausarbeiten sollen." Die sechs Fragen beantwortet Wrabetz so "leicht" wie knapp: Es habe "keine Vereinbarungen mit Meischberger im Vorfeld der Wahl gegeben, nicht danach", keine Zusagen, nur 2009 zwei Präsentationen für den ORF für 7800 Euro. Hochegger PR hätten weder er noch der ORF Aufträge erteilt. Meischberger habe er seit eineinhalb, zwei Jahren nicht getroffen.

2009 besuchte Wrabetz nach STANDARD-Infos Meischbergers 50er-Feier im Taubenkobel, Tage vor dessen Selbstanzeige.

Gibt sich Krainer nun zufrieden? Er findet die Sache "degoutant". Doch "ein Wahrheitsbeweis wird nicht zu erbringen sein", dass Meischbergers Mail zutrifft, sagt Krainer dem STANDARD. Meischberger selbst habe die Infos "abgeschwächt", er stehe zudem "nicht als sonderlich glaubwürdige Person da. "Die Suppe ist einfach zu dünn." Historisch belastete Worte: Das behauptete ein blauer Justizminister über die Causa Lucona / Udo Proksch. Nicht alle bürgerlichen Räte dürften das Thema abgeschlossen sehen.

Am 13. Mai, einen Tag nach dem nächsten Stiftungsrat, soll Wrabetz in einem Medienverfahren als Zeuge dazu aussagen. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 26.4.2011)

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    ORF-Stiftungsrat Meischberger am Wahltag 2006 im ORF. 2007 forderte er in einer von "Profil" zitierten E-Mail angeblich versprochene Aufträge von Wrabetz.

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