Sackerl statt Holz als Brückenbelag

25. April 2011, 17:02
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Sorge um Geruch bei renovierter Wiener Donauquerung

Wien - Auf dem Waluliso-Steg über die Neue Donau geht man künftig über Plastiksackerln. Denn die 160 Meter lange Pontonbrücke, die nach dem verstorbenen Wiener Original Waluliso (Abkürzung für Wald, Luft, Licht und Sonne, Anm.) benannt ist, wird ab Mai keine Holzplanken mehr haben, sondern solche aus einem speziellen Recycling-Kunststoff.

"Ich bin ein echter Gewässermann und habe mich in diesem Fall gebogen", sagt Gerald Loew, Leiter der zuständigen Magistratsabteilung 45. "Aber der Kunststoffbelag ist in diesem Fall einfach besser."

Plastik ist preiswerter

37.000 Euro kostet die Renovierung des Stegs, neue Lärchenholzplanken wären auf 20.000 Euro gekommen. "Aber auf lange Sicht entsteht ein Kostenvorteil. Das Holz muss jährlich kontrolliert und alle zehn Jahre ausgetauscht werden. Auf den Kunststoff haben wir 40 Jahre Garantie", sagt der Beamte.

"Wir haben uns das sehr genau angesehen, auch für die Benutzer gibt es Vorteile. Das Material sieht ähnlich wie Holz aus, es gibt aber keine Schiefer." Einzige Befürchtung: der Geruch. Denn der Kunststoff riecht einige Wochen nach der Produktion ziemlich streng. "Der Hersteller hat uns aber versprochen, abgelagertes Material zu liefern. Falls nicht, werden wir uns etwas überlegen."

Standard soll der Belag trotz der Kostenvorteile aber nicht werden. "Die Stege bei der Alten Donau bleiben aus Holz", sagt Loew. (Michael Möseneder, DER STANDARD-Printausgabe, 26.4.2011)

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