500 Tote bei blutigen Unruhen nach Wahl

24. April 2011, 20:53
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Rotes Kreuz: Rund 74.000 Flüchtlinge wegen Unruhen nach Wahl

Kano - Bei den Unruhen nach der Wiederwahl des nigerianischen Präsidenten Goodluck Jonathan sind nach neuesten Angaben einer örtlichen Menschenrechtsorganisation mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen. Die aktuelle Zahl der Todesopfer liege bei 516, sagte Shehu Sani vom nigerianischen Bürgerrechtskongress am Sonntag. Die meisten Opfer habe es im Süden des Bundesstaates Kaduna gegeben.

Offizielle Zahlen zu den bei den Unruhen getöteten Menschen gibt es nicht. Das Rote Kreuz sprach von zahlreichen Toten und etwa 74.000 Flüchtlingen. Amtsinhaber Jonathan hatte die Abstimmung vom 16. April mit 57 Prozent der Stimmen gewonnen. Obwohl der Ablauf der Wahl von Beobachtern als deutlich fairer und freier als frühere Abstimmungen in Nigeria eingeschätzt wurde, kam es in den folgenden Tagen vor allem im Norden zu teils tödlichen Ausschreitungen.

"Angegriffen und zu Tode gehackt"

Etwa 500 Menschen seien allein am Montag und am Dienstag in den drei Städten Zonkwa, Kafanchan und Zangon Kataf ums Leben gekommen, erklärte der nigerianische Menschenrechtskongress CRC am Sonntag. Die drei Städte liegen im südlichen Teil des Bundesstaates Kaduna, der von den Unruhen besonders betroffen war. "Die Opfer wurden eingekreist, angegriffen und zu Tode gehackt, ihre Häuser wurden angezündet", sagte CRC-Präsident Shehu Sani unter Berufung auf Aussagen von CRC-Mitgliedern aus den Gebieten. Auch Kirchen, Moscheen und Geschäfte seien angezündet worden. Die Polizei hatte am Mittwoch erklärt, mehr als 400 Menschen seien nach den Unruhen festgenommen worden. Die Tatvorwürfe reichten von Sachbeschädigung bis Mord.

Nigeria ist zwischen dem mehrheitlich muslimischen Norden und dem ölreichen christlich dominierten Süden geteilt. Die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Landesteilen sorgen seit langem für Spannungen. Während der Christ Jonathan vor allem im Süden gewählt wurde, fand sein wichtigster Herausforderer Muhammadu Buhari, der muslimischen Glaubens ist, vor allem im Norden Unterstützung. Am kommenden Dienstag sollen die nigerianischen Gouverneure und Regionalversammlungen gewählt werden. (APA/AFP)

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    Tödliche Unruhen: In Kafanchan wurde eine Moschee Opfer eines brandschatzenden Mobs, auch christliche Kirchen wurden nach NGO-Angaben verwüstet.

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