Thailand und Kambodscha

Truppen setzen wieder Artillerie ein

24. April 2011, 12:48
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    foto: reuters/sukree sukplang

    Ein thailändischer Soldat hinter einer nicht detonierten Artilleriegranate in einem Dorf im Grenzbereich

Gefechte an thailändisch-kambodschanischer Grenze in den dritten Tag - UNO fordert Waffenruhe

Bangkok - Den dritten Tag in Folge haben sich thailändische und kambodschanische Truppen am Sonntag Feuergefechte im Grenzgebiet bei den Tempelanlagen von Ta Muen und Ta Kwai geliefert. Beide Armee hätten erneut Artillerie eingesetzt, hieß es auf kambodschanischer Seite. Etwa 40.000 Einwohner der thailändischen Provinz Surin mussten vor den Kämpfen 360 Kilometer nordöstlich von Bangkok fliehen. Zehntausende Menschen zählte auch der Flüchtlingsstrom aus dem angrenzenden kambodschanischen Gebiet.

Friedensaufrufe der UN und der Vereinigung südostasiatischer Staaten (ASEAN), dem beide Staaten angehören, verhallten zunächst ungehört. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon äußerte sich beunruhigt über das Aufflammen der Kämpfe nach zwei Monaten relativer Ruhe. Der Grenzkonflikt könne nicht militärisch gelöst werden. Verhandlungen im Rahmen der ASEAN waren Anfang des Monats ohne Ergebnis geblieben.

Großteil der Grenze ist umstritten

Ein Großteil der 798 Kilometer langen Grenze zwischen den beiden Ländern ist umstritten. Im 20. Jahrhundert war die Grenze mit 73 Grenzpfählen markiert worden, von denen die Hälfte verschwunden ist. Beide Seiten machen sich gegenseitig für den Ausbruch der Kämpfe am Freitag um den 900 Jahre alten Hindu-Tempel Ta Kwai verantwortlich, der von den Kambodschanern Ta Krabei genannt wird. Am Freitag und Samstag waren nach kambodschanischen Angaben sechs Kambodschaner gefallen und 13 verwundet worden. Thailand sprach von vier getöteten und 24 verwundeten eigenen Soldaten.

"Kambodschanische Truppen haben am Sonntagmorgen in der Gegend von Ta Muen mobilisiert, aber unsere Soldaten haben sie zurückgeschlagen", erklärte der Sprecher des thailändischen Außenministeriums, Thani Thingphakdi. Der kambodschanische Offizier Oun Mony sagte der dpa, das Feuergefecht habe Stunden gedauert.

Der kambodschanische Regierungssprecher Phay Siphan warf Thailand vor, mit militärischem Druck die Gespräche zu sabotieren. Thailand hielt dem entgegen, Kambodscha versuche mit der militärischen Eskalation ein internationales Eingreifen zu provozieren. Außenminister Kasit Piromya versicherte, Thailand sei bereit, indonesische Beobachter im umstrittenen Gebiet des aus dem 11. Jahrhundert stammenden Hindu-Tempels Preah Vihear zu akzeptieren.

Preah Vihear liegt rund 100 Kilometer westlich der aktuellen Kampfzone und war 1962 vom internationalen Gerichtshof Kambodscha zugesprochen worden. Der Tempel wurde 2008 von der UN-Kulturorganisation Unesco auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt. Seitdem sind die Spannungen erheblich gestiegen. Er ist wie die anderen Tempelanlagen historisch kambodschanischen Ursprungs. Die genaue Markierung des Areals steht aber noch aus. (APA)

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19 Postings
Luigi Giovanni
00
25.4.2011, 21:05

Warum wird eigentlich für den Büffeltempel die Thai Bezeichung und für den Hühnertempel die Khmer Bezeichung verwendet?

In anderen Zeitungen wird der Büffeltempel Ta Grobai genannt und erst in Klammer steht die Thai Bezeichnung.

Kann es sein, dass der Hühnertempel gar keinen Thai namen hat? Oder haben die aus dem Hühnertempel einfach einen Tempel des Frohsinns gemacht (weil das so ähnlich klingt)?

Da alles Khmer Tempel sind - egal auf wessen Staatsgebiet die nun stehen - wäre die Khmer Bezeichnung immer richtig.

didigoose
05
24.4.2011, 15:54

Salomon würde den Tempel sprengen. Vielleicht arbeiten die beiden Artillerien auch an einer Salomonischen Lösung.

fizcaraldo
04
24.4.2011, 15:53

In Wahrheit dürfte es um etwas ganz anderes gehen. Kambodscha hat kürzlich Ölvorkommen vor der Küste entdeckt und will noch heuer beginnen diese zu fördern. Die Gebiete mit den Ölvorkommen werden genau so wie der Tempel um den es gerade geht auch von Thailand beansprucht. Ich halte es nicht für Zufall, dass der Konflikt gerade jetzt kurz vor Beginn der Ölförderung aufflammt. Thailand will das Öl, fängt aber erst mal an einer anderen Stelle an zu streiten damit es nicht so aussieht als würde es ums Öl gehen.

h 90
21
24.4.2011, 19:29

Das Tempel Gebiet war ewig gemeinsam und ohne Streit verwaltet und Kambotscha hat angefangen das Gebiet alleine haben zu wollen (zu Recht oder zu Unrecht, warum jetzt?)
Das Oel ist sicher ein Grund, aber eher Kambotscha will es.
Auch Vergleich es gibt Oel/Gas bei Malaysien die gemeinsam ausgebeutet werden. Da hat Thailand auch kein Problem damit.

gomaxgo
 
00
25.4.2011, 13:17
merkwuerdig was sie da schon wieder fabulieren

die kambodschaner haben am status quo ueberhaupt nicht geruettelt, es sind eindeutig die thais die dort und anderswo andauernd "ramba zamba" machen. zur seit gehts darum den taksin schlechtzumachen denn der ist ein erklaerter freund der kambodschaner. die absurde intriege laeuft nach dem motto der regierung abhisit, wir stellen die kambodschaner als boesewichte dar und glauben damit gegen den taksin zu punkten. das da ein paar menschen umkommen, wie auch im sueden interessiert keinen in bangkok, die sind weit genug weg um aerger zu bekommen.

h 90
00
25.4.2011, 14:34

Kambotscha hat es als Weltkulturerbe von Kambotscha alleine angemeldet.
Nicht als Gemeinsames. Das ist sehr wohl eine Aenderung.
Ausserdem haben sie thailaendische Moenche dort mit Waffengewalt vertrieben.
(Das die nur zur Provokation dort gebetet haben ist eine andere Sache.)

gomaxgo
 
00
25.4.2011, 16:21
haben sie schon bemerkt das es hier um eine ganz andere gegend geht als die tempelgeschichte ?

im uebrigen wenn die thais nicht das zusammen mit den kambodschanern anmelden wollen ist das ja deren problem und nicht das der kambodschaner, ausserdem haben die einspruchmoeglichkeit, die unesco certifiziert das micht wenn die thai einspruch erheben ! die haben jetzt etwa 50 jahre absolut nichts dagegen getan und jetzt ploetzlich vor den wahlen machen die thai rechten ramba zamba, sollte auch ihnen zu denken geben oder ? im prinzip gehts gegen den taksin, der soll als freund von den kambodschanern und deshalb als boesewicht hingestellt werden, sie sollten sich schon etwas zum assoziativen denken warm machen.

Luigi Giovanni
00
25.4.2011, 15:22

Der Tempel steht doch nicht zur Diskussion.
Es geht nur um ein Gebiet neben dem Tempel.

Wenn die Thais jetzt auch noch glauben, dass der Prasat Preah Vihear zu Thailand gehört, dann haben die doch komplett den Verstand verloren.

Es geht bei diesem Konflikt ausschließlich um die thailändische Innenpolitik. Wenn Hun Sen den Tempel abgeben würde, dann wäre er allerdings auch recht bald weg von der Macht.

Luigi Giovanni
00
25.4.2011, 09:21

"Kambotscha hat angefangen das Gebiet alleine haben zu wollen"

Erzählt man sich so etwas in Thailand?

Ist das Problem nicht eher bei den Paramilitärischen Gruppen zu suchen die von Thailand im Grenzgebiet geduldet werden?

h 90
00
25.4.2011, 09:42

Das Gebiet und viele andere waren jahrelang "overlapping area" mit gemeinsamer Verwaltung ohne irgendwelcher Spannungen oder Schiessereien. Bis eben Hun Sen und Thaksin den Deal gemacht haben.
Dann sind irgendwann die Nationalisten von beiden Seiten aufgesprungen.
Die Paramilitaers gibts an allen Grenzen in Thailand. Die sind per se kein Problem.
Ich hab auch keine Ahnung wie man aus dem Problem jetzt rauskommt, nachdem sich beide Seiten auf die Maximalloesung fixieren.

gomaxgo
 
00
25.4.2011, 13:19
na so was

von welchen deal sprechen sie ? da ist keins ! ich glaub manchmal sie hoehren das gras wachsen.

h 90
00
25.4.2011, 14:31

War ja nur in allen Zeitungen.......

godheadsilo
00
24.4.2011, 10:07

schade das man das gebiet nicht als neutral deklarieren und durch dritte be/überwachen lassen kann.

h 90
10
24.4.2011, 13:19

Dann haetten sie den Kampf dreier Laender welche Gebiete neutral sind.

klar kent
00
24.4.2011, 11:33

und wer sollen die dritten sein? ;-)

godheadsilo
00
24.4.2011, 14:59

eben "jemand" den die beiden anderen akzeptieren würden. aber ja, bleibt wohl wunschdenken.

Funk1
00
24.4.2011, 13:22
die EU

Nachdenklich 2011
00
24.4.2011, 14:50

wer wäre noch dafür, die 4,6 km² in die EU zu integrieren?

Funk1
00
24.4.2011, 15:52
die einheimische bevölkerung wäre sicher dafür

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