BVB leistet sich Umfaller in Gladbach

24. April 2011, 13:28
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Bayern nach 1:1 in Frankfurt wieder nur Vierter - Wichtige Siege für Stuttgart, Kaiserslautern und Bremen - Zwei Harnik-Assists

Mönchengladbach - Spitzenreiter Borussia Dortmund hat sich auf dem Weg zum Gewinn der siebten deutschen Fußballmeisterschaft einen überraschenden Ausrutscher geleistet. Beim Abstiegskandidaten Borussia Mönchengladbach unterlag der BVB am Samstagabend mit 0:1 (0:1) und liegt drei Spieltage vor dem Saisonende nur noch fünf Punkte vor Verfolger Bayer Leverkusen. Dortmund kann am kommenden Wochenende den Titelgewinn dennoch vorzeitig mit einem Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg klar machen, benötigt allerdings Schützenhilfe. Verfolger Bayer Leverkusen darf beim 1. FC Köln nicht gewinnen.

Mohammadou Idrissou (35.) erzielte den Siegtreffer der Gladbacher, die den letzten Tabellenplatz zum ersten Mal seit dem zwölften Spieltag verlassen haben und weiter auf den Klassenerhalt hoffen dürfen. Für die Gladbacher war es der erste Sieg gegen Dortmund seit knapp viereinhalb Jahren.

Die mitgereisten 20.000 BVB-Fans ihre Mannschaft nach dem Schlusspfiff trotzdem. "Wir wären heute kein unverdienter Sieger gewesen, aber nun sind wir unverdiente Verlierer. Aber so ist das im Fußball", sagte Trainer Jürgen Klopp: "Aber wir werden nicht lange brauchen, um uns wieder aufzubauen."

Torhüter und Kapitän Roman Weidenfeller meinte: "Ich mache mir keine Sorgen, wir müssen nur unsere beiden Heimspiele gewinnen." Allerdings müssen sie auch schon in der ersten Halbzeit konzentrierter auftreten. In Gladbach hatten ein Fehlpass von Antonio da Silva und ein verlorener Zweikampf von Neven Subotic ein Kontertor auf fremden Platz zur Folge.

Was sich in der zweiten Halbzeit abspielte, war für die Zuschauer höchst unterhaltsam, aber für den BVB frustrierend. Die Dortmunder Stangenschüsse Nummer 20 und 21 in der laufenden Saison durch die Nationalspieler Mario Götze und Marcel Schmelzer sowie ein überragender Gladbacher Torhüter Marc-André ter Stegen verhinderten ein Comeback.

Bayer denkt an Absicherung

Bayer Leverkusen besiegte 1899 Hoffenheim am Samstag nach 0:1-Rückstand noch mit 2:1 und haben damit drei Runden vor Schluss noch die theoretische Chance, die Dortmunder einzuholen. Der Isländer Gylfi Sigurdsson hatte die Hoffenheimer, bei denen David Alaba durchspielte und Andreas Ibertsberger krankheitsbedingt fehlte, in Führung gebracht (28.) und wenig später auch noch die Stange getroffen (38.). Danach drehten ein Kopftor des Tschechen Michal Kadlec (40.) und ein Abstauber des Chilenen Arturo Vidal (51.) aber die Partie. Bei einem Spiel mehr lagen die Leverkusner damit vorerst fünf Punkte hinter Dortmund.

"Wenn man sich die Dinger selbst reinhaut, braucht man sich nicht zu wundern. Normalerweise hätten wir einen Punkt mitgenommen", sagte Hoffenheims Keeper Tom Starke. Sein Bayer-Kollege Rene Adler dagegen freute sich schon auf das Derby gegen den Erzrivalen Köln am kommenden Wochenende: "Da wollen wir die nächsten drei Punkte holen und möglichst schon die Teilnahme an der Champions League perfekt machen. Je früher, desto besser." Ähnlich sah das Sportdirektor Rudi Völler: "Das wäre eine schöne Sache, wenn wir frühzeitig planen können."

Bayern lassen Punkte bei Daum

Bayern München erlitt im Kampf um einen Qualifikationsplatz für die Champions League einen Rückschlag. Der Rekordmeister musste sich ohne den gesperrten Superstar Arjen Robben in Frankfurt mit einem 1:1 geschlagen geben. Den Punkt stellte Mario Gomez erst in der 89. Minute mit seinem 23. Saisontor per Elfmeter sicher. Die Bayern liegen dennoch einen Zähler hinter Hannover 96 nur auf Platz vier, der lediglich zur Europa League berechtigt. "Das ist ein Scheißgefühl. Die Qualifikation für die Champions League ist sehr gefährdet. Wir haben es jetzt nicht mehr in der eigenen Hand. Die Situation ist nicht so, wie wir sie uns vor dem Spiel vorgestellt haben", sagte WM-Torschützenkönig Thomas Müller, der einzige Bayern-Profi, der Normalform erreicht hatte.

Trainer Andries Jonker selbst hatte keine Erklärung dafür, warum seine Mannschaft nach einer guten ersten Viertelstunde für 60 Minuten das Spiel einstellte. Erst in den letzten 15 Minuten agierten die Bayern wieder überzeugend und erzwangen nach der Frankfurter Führung durch das erste Bundesliga-Tor von Sebastian Rode (54.) zumindest noch einen Auswärtspunkt. Gegen Schalke am kommenden Samstag müssen sich die Bayern deutlich steigern, sonst droht der nächste Tiefschlag.

In der unteren Tabellenhälfte machten der VfB Stuttgart, 1. FC Kaiserslautern und Werder Bremen mit Siegen wichtige Schritte in Richtung Klassenerhalt. Stuttgart setzte sich auch dank zweier Assists von Martin Harnik beim Hamburger SV mit 3:0 durch. Der Österreicher legte beide Tore von Cacau auf. In der Anfangsphase spitzelte er ihm den Ball in den Lauf (6.), im Finish bediente er ihn mustergültig per Querpass (88.). Dazwischen hatte Christian Gentner getroffen (78.).

Schalke verliert bei Lautern

Kaiserslautern siegte mit Erwin Hoffer in der Startformation dank eines Tores von dessen Sturmpartner Srdjan Lakic (42.) überraschend mit 1:0 auf Schalke. Für die nicht in Bestbesetzung angetretenen Gelsenkirchner ging die Generalprobe für das Halbfinal-Hinspiel der Champions League am Dienstag zu Hause gegen Manchester United damit ordentlich daneben.

Werder Bremen drehte sein Spiel bei St. Pauli dank eines Doppelschlages von Claudio Pizarro (73., 74.), siegte nach 0:1-Rückstand noch 3:1. Marko Arnautovic kam nicht zum Einsatz, schmorte 90 Minuten auf der Bank. Dennoch durften sich die Werderaner praktisch über den Klassenerhalt freuen. Jeweils neun Punkte hat Bremen als Tabellenelfter auf den 16. Wolfsburg (ein Spiel weniger) und den 17. St. Pauli gut. Einen Zähler hinter Werder folgt Kaiserslautern, zwei Punkte dahinter Stuttgart. (APA)

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    Neven Subotic, fassungslos nach der Niederlage beim Schlusslicht.

  • Leverkusens Michal Kadlec (R) und Daniel Schwaab feiern den Ausgleich gegen Hoffenheim.
    foto: epa/frederico¦gambarini

    Leverkusens Michal Kadlec (R) und Daniel Schwaab feiern den Ausgleich gegen Hoffenheim.

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    Martin Harnik (R) zeichnete für zwei Stuttgarter Vorlagen verantwortlich.

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