Gasunfall endete glimpflich

23. April 2011, 13:49
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Drei Erwachsene und vier Kinder kamen mit leichten Kohlenmonoxidvergiftungen davon - Gasthermen immer wieder als Ursache

Wien - Einmal mehr hätte eine defekte Gastherme am Karfreitagsnachmittag beinahe zu einer Katastrophe in Wien geführt: Sieben Menschen - eine Großmutter, zwei Mütter und deren jeweils zwei Kinder - kamen in der Pernerstorfergasse 90 in Favoriten mit leichten Kohlenmonoxidvergiftungen davon. Die Rettung brachte alle in Krankenhäuser. Kritisch war der Zustand bei keinem der Verletzten.

Die Wien Energie stellte eine Gastherme als Urheber des Kohlenmonoxidaustritts fest. Die Spezialisten untersuchten alle Wohnungen in dem Haus, konnten aber keine weiteren Defekte finden. Erst am Dienstagabend war eine 81-jährige Frau in ihrer Wohnung in der Fasangasse in Landstraße tot aufgefunden worden. Laut Polizei dürfte die Pensionistin an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben sein. Ursache war eine defekte Gastherme im Badezimmer.

Knapp 100 Einsätze jährlich

Schuld an Kohlenmonoxidvergiftungen sind meist defekte oder schlecht gewartete Gasthermen, warnten Experten von Wien Energie, der Wiener Landesinnungen der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker sowie der Rauchfangkehrer erst im vergangenen Winter. Regelmäßige Überprüfungen und die ausreichende Zufuhr von Frischluft seien äußerst wichtig, um gefährliche Unfälle zu vermeiden.

"Die Experten unseres Störungs- und Gebrechen-Behebungsdienstes wurden in den letzten Jahren zu knapp 100 Einsätzen gerufen, wo Kohlenmonoxid die Unfallursache war", erklärte Wien Energie-Gasnetz Geschäftsführer Roland Chvatal. "All diese Unfälle hätten aus unserer Sicht durch rechtzeitige Wartung und Überprüfung der Feuerstätten vermieden werden können."

Wartung

Mit Kontrollen sollte man es daher halten wie mit dem jährlichen Autoservice. Am Ende einer jeden Heizsaison war eine Anlage im Schnitt mindestens 1.400 Stunden in Betrieb. Umgelegt auf ein Fahrzeug würde das bedeuten, dass bei einer mittleren Geschwindigkeit von 50 km/h 70.000 Kilometer zurückgelegt wurden - jeder Besitzer hätte sein Auto während der Absolvierung dieser Strecke mehrmals vorsorglich überprüfen lassen. "Der Wartungspflicht bzw. Überprüfungspflicht von Gasgeräten bzw. Gasanlagen wird in diesem Umfang leider nicht immer nachgekommen", so die Experten. Die Betreiber werden erst aktiv, wenn das Wasser oder die Heizung kalt bleiben.

Neben verschmutzten Geräten können auch zu dichte Räume oder Ablufteinrichtungen zu Vergiftungen führen. Feuerstätten brauchen für die Verbrennung ausreichend frische Luft. Entsteht durch mangelnde Belüftung ein Unterdruck, kann sich die Abgasabführung umkehren und in den Raum geleitet werden. Falsch gesetzte Energiesparmaßnahmen - Thermosanierung, dichte Fenster und Türen - sowie fehlendes und falsches Lüften können so gesehen gefährlich werden, warnten die Experten. Um sicherzugehen, dass nach baulichen Veränderungen oder der Installation von Abluftgeräten ausreichend Luft nachströme, sollte man nach Renovierungen eine Messung durch einen Rauchfangkehrer durchführen lassen. (APA)

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