iPhone-Ortsdaten bereits von US-Ermittlern genutzt

23. April 2011, 10:20
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Deutsche und US-Datenschützer zeigen sich alarmiert - bei Behörden schon länger bekannt

Gegen das populäre iPhone von Apple werden in Deutschland und den USA schwere Datenschutz-Bedenken erhoben. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass auf iPhone, aber auch iPad und iPod Touch seit rund zehn Monaten Standortdaten von Nutzern in einer nicht verschlüsselten Datei am Gerät abgespeichert werden. In begrenzterem Umfang ist das wie berichtet auch bei Android der Fall. Das Bundesverbraucherschutzministerium zeigte sich alarmiert. US-Behörden war die Praxis jedoch schon länger bekannt.

Daten von Ermittlern bereits genutzt

Apple hat schon im Sommer 2010 auf Anfrage eines US-Kongressabgeordneten dargelegt welche Daten zu welchem Zweck gespeichert und wann diese an den Konzern übermittelt werden. Doch ging aus dem Antwortschreiben des Konzerns nicht hervor, dass die Ortsinformationen dauerhaft auf den Geräten gespeichert bleiben, bei jeder Synchronisierung auch auf dem Computer abgelegt werden und so auch von fremden Personen ausgelesen werden können (der WebStandard berichtete). Unter Computer-Forensikern und bei Behörden war allerdings auch das bereits seit 2010 bekannt. Einem Bericht der Spiegel zufolge haben US-Behörden die Informationen auch bereits für Ermittlungen ausgewertet. Das US-Unternehmen Katana Forensics biete etwa die kommerzielle Software Lantern 2.0 an, die auch an Einrichtungen in Europa verkauft worden sei, mit der sich unter anderem auch die Standortdaten auslesen lassen.

"Eingriff in Privatsphäre des Nutzers"

"Das heimliche Erfassen und Speichern der Standort-Daten eines Smartphones wäre ein grober Eingriff in die Privatsphäre des Nutzers", sagte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag. Der iPhone-Hersteller müsse in Zusammenarbeit mit den zuständigen Datenschutzbeauftragten eine Reihe offener Fragen klären. "Apple muss offenlegen, wo und wie lange und zu welchem Zweck die Daten gespeichert werden, wer Zugriff auf diese Informationen hat und wie ein unbefugter Zugriff verhindert wird." Auch der US-Senator Al Franken verlangte nun in einem offenen Brief von Apple-Chef Steve Jobs vollständige Aufklärung. Franken will insbesondere wissen, warum Nutzer nicht über die Speicherung ihrer Daten informiert worden seien. Seitens Apple und Google liegen noch keine offiziellen Stellungnahmen vor. (br/Reuters)

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    Ortsdatenspeicherung beim iPhone alarmiert die Datenschützer - dabei ist die Praxis seit längerem bekannt.

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