136 Personen als terrorverdächtig inhaftiert

22. April 2011, 22:26
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Verfahren vor Staatssicherheitsgericht - Weitere rund 100 Islamisten noch gesucht

Amman - In Jordanien sind am Freitag nach offiziellen Angaben 136 festgenommene Personen vor dem Staatssicherheitsgerichtshof wegen "terroristischer Handlungen" angeklagt worden. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Petra unter Berufung auf einen Sprecher der Staatssicherheitsdirektion in Amman berichtete, wird noch nach rund 100 weiteren Personen gesucht. Die Festnahmen erfolgten im Zusammenhang mit den schweren Unruhen, die am 15. April in der Staat Zarqa ausgebrochen waren. Dabei waren mehr als 90 Personen, nach Angaben der Behörden mehrheitlich Angehörige der Sicherheitsräte, verletzt.

Nach Darstellung der jordanischen Regierung handelt es sich bei den Festgenommenen um fundamentalistische Salafisten, die bei den Protesten gewaltverherrlichende islamistische Parolen gerufen haben sollen. Im Verlauf der Unruhen hatten sie sich der großen Moschee von Zarqa bemächtigt und die Geschäftsleute gezwungen, ihre Läden zu schließen.

In dem haschemitischen Königreich hatten die Massendemonstrationen für politische Reformen im Februar König Abdullah II. dazu veranlasst, die Regierung von Premierminister Samir Rifai zu entlassen und Marouf Bakhit zum Premier zu ernennen. Die Proteste in mehreren Städten gingen sowohl von der islamistischen Opposition als auch von Gewerkschaften und linksgerichteten Organisationen aus. (APA)

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