Präsidentschaftswahlkampf: UMP könnte Vorwahlen abhalten

22. April 2011, 19:34
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Fillon hält Sarkozy die Stange

Paris - In Anbetracht der anhaltend schlechten Umfrageergebnisse für Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy ist innerhalb der bürgerlich-konservativen Regierungspartei "Union für eine Volksbewegung" (UMP) eine Debatte darüber ausgebrochen, ob man parteiinterne Vorwahlen organisieren soll, wie dies bei den Sozialisten (PS) der Fall ist. Dafür sprach sich insbesondere der Europaparlamentarier Alain Lamassoure, ein Anhänger von Außenminister Alain Juppé, aus.

Lamassoure betonte in der Zeitung "Le Monde", dass man durch die Vorwahlen eine "Katastrophe" bei der Präsidentenwahl 2012 vermeiden könne. Der Abgeordnete Hervé Mariton erinnerte am Freitag im Radio "Europe 1", dass die Vorwahlen von Sarkozy selbst gegen den Willen seines Vorgängers Jacques Chirac im Jahr 2005 in die UMP-Statuten eingebracht worden waren. Sarkozy selbst hatte sich von den UMP-Mitgliedern im Jahr 2006 als Präsidentschaftskandidat aufstellen lassen.

Statt Vorwahlen zu verlangen, täte man besser daran, die Aktion zu verteidigen, "welche der Präsident und die Regierung täglich mit Mut durchführen" und das Programm der Sozialisten zu kritisieren, meinte dagegen der Bürgermeister von Marseille und Senator Jean-Claude Gaudin. Bis zum Sommer 2010 hatte der damalige UMP-Chef Xavier Bertrand vorgehabt, Vorwahlen unter den Parteimitgliedern zu organisieren. Diesem Gedanken hatte sich auch Juppé angeschlossen. Der neue UMP-Chef Jean-Francois Copé erteilte jedoch dem Vorhaben Ende November eine Absage.

"Wir haben den Vorteil unseres Präsidenten und bis zu dessen endgültiger Entscheidung sind wir nicht dazu verurteilt, Vorwahlen zu improvisieren", betonte im gleichen Sinne Premierminister Francois Fillon. Dabei hatte der Regierungschef noch im Juni des Vorjahres erklärt: "Der Präsident der Republik hat immer gesagt, dass es zum gegebenen Zeitpunkt Vorwahlen in der UMP geben wird, um den Präsidentschaftskandidaten zu nominieren." (APA)

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