Nette Geste

22. April 2011, 18:40
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Noch netter wäre es, gegen die Leute, die dieses NS-Regime lieben, ernsthaft etwas zu unternehmen

Am 27. April ist der 66. Jahrestag der "Wiedererrichtung der Republik Österreich". Für geschichtlich nicht so bewanderte: Das war das Datum, an dem (in Österreich) das fürchterlichste Verbrecherregime der Geschichte niedergerungen wurde. Dieses NS-Regime (dessen Begründer, Adolf Hitler, da noch drei Tage zu leben hatte), hat rund sechs Millionen Juden, 3,3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene, 3,3 Millionen nichtjüdische Zivilisten (Zwangsarbeiter, KZ-Insassen), 220.000 Sinti und Roma und 250.000 Euthanasieopfer ermordet. Das sind allein 13,1 Millionen bewusst ermordete Hilflose. Insgesamt, also auch mit allen Kriegsopfern, Soldaten und Nichtsoldaten, gab es im Zweiten Weltkrieg in Europa durch die Schuld dieses Regimes rund 40 Millionen Tote.

Die Regierung lädt zum Gedenken am Heldenplatz heuer erstmals Vertreter der KZ-, Opfer- und Widerstandsverbände sowie Vertreter der Israelitischen Kultusgemeinde ein. Das ist nett. Noch netter wäre es, gegen die immer frecher werdenden Leute in diesem Land, die dieses NS-Regime lieben, ernsthaft etwas zu unternehmen. Also etwa die Betreiber einer Neonazi-Website ernsthaft zu verfolgen; oder den Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf, der NS-affine Leute im Parlament beschäftigte, abzuwählen; oder den FPÖ-Chef Strache, der heuer am 8. Mai ebenfalls am Heldenplatz den Untergang des NS-Regimes betrauern will, politisch zu ächten. (RAU, DER STANDARD; Printausgabe, 23./24./25.4.2011)

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