Schluckproblem bei Reformpille

22. April 2011, 17:54
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Proteste gegen Spitalsreform: 40.000 Unterschriften

Linz - Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (VP) wusste wohl, dass der Gegenwind aus den Krankenhäusern ein rauer sein wird. Bereits bei der Präsentation der Vorschläge der Expertenkommission für eine Spitalsrefom II in Oberösterreich vor vier Wochen merkte er vorsorglich an, dass er sich bewusst sei, dass es "nicht nur Applaus" für die Reformideen geben werde.

Zum besonders heißen Krankenhauspflaster entwickelte sich in den letzten Wochen vor allem das Innviertel. Mit 40.000 Unterschriften signalisierte die Braunauer Bevölkerung deutlich, dass sie wenig von der geplanten Spitalsreform hält. Es sei damit schon eine Zahl deklarierter Reformgegner im Innviertel erreicht, die vonseiten der Spitalsexpertenkommission nicht mehr ignoriert werden könne, heißt es aus dem Krankenhaus St. Josef in Braunau. Unterschriftenlisten hat auch das Krankenhaus Ried aufgelegt. Die Reaktion aus dem Linzer Landhaus folgte prompt. Als "verantwortungslos" und als "Angstmache" bezeichnet Pühringer die Innviertler Protestnoten. Manche Patienten wären am Krankenbett regelrecht dazu genötigt worden, gegen die Spitalsreform zu unterschreiben, so Pühringer. Zwei Fälle seien "konkret" an ihn herangetragen worden. Sollten weitere Beschwerden kommen, sei gegebenenfalls die Ethikkommission einzuschalten.

Die Spitäler Ried und Braunau bangen vor allem um ihren Schwerpunktstatus und warnen vor Qualitätseinbußen. Herzpatienten drohe durch den Wegfall der Koronar-Angiografie Braunau-Simbach in Bayern "eine schlechtere Versorgung".

Das Expertenpapier sieht eine Reduzierung der Akutbetten um knapp 760 im ganzen Land und damit die Schließung von sieben Abteilungen vor. Im Innviertel geht es um 100 Betten. (mro, DER STANDARD; Printausgabe, 23./24./25.4.2011)

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