Wassersport

Das Podersdorfer Gefühl

22. April 2011, 18:05
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    foto: walter kölbl

    Vorm Podersdorfer Nordstrand zeigen Adler und Adlerin ihre beeindruckenden Frühlingstänze.

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    foto: pwa john carter

    José Estredo ist vierfacher Weltmeister und schmückt den See.

Der Neusiedler See ruft wieder zum Summer-Opening. Rund um den ersten Mai zeigen die Windsurfer, dass der Sport mehr sein kann als der Umstand, dass einer oder eine halt gewinnt

Podersdorf - Jetzt, da der Frühling anfängt, so richtig narrisch zu werden, prophezeit er am Neusiedler See unten an manchen Tagen schon den Sommer. Die Kirschen sind schon im Abblühen, die Kastanien strahlen ins Gemüt, und drüben im Nationalpark viechern die Viecher durch- und miteinander, als gäbe es kein Morgen - jedenfalls dafür nicht.

Das ist bei den Menschen nicht viel anders. Auch sie suchen ihre Balzplätze auf. Auch sie machens wie die Großtrappen: Die Männchen stülpen sich um in irrwitzigem Tanz, die Weibchen gustieren, was das Zeug hält, und manchmal ist das umgekehrt, und wenn alles das zusammenkommt, dann ist Podersdorf. So wie alle Jahre.

Dieses Podersdorf - das Podersdorf-Nordstrand um den 1. Mai herum - ist eine Art Glück, nicht nur für Walter Gisch, den örtlichen Tourismusobmann. Denn dieses Podersdorf, in dem der respektheischende Spitzensport sich mit dem sogenannten Fun zu einer Einheit fügt, erwischt den Sommer an seiner schönsten Seite. Dort nämlich, wo er anfängt.

Flügelpflügen

Logischerweise nennen die Veranstalter die ganze Sache "Summer Opening", und zu diesem Anlass lassen sie die Windsbräute und Windsbräutigame aus, auf dass die auf ihren Brettern und mit ihren Flügeln durch den See pflügen und über ihn drüber fliegen.

Am 29. April startet also - zum mittlerweile 14. Mal - der "PWA Freestyle Windsurf Contest" - so heißt der -, und folgt man den Angaben der Veranstalter, dann ist dies, dieses Podersdorf, der weltweit größte Wettbewerb der freestylischen Windsurfer.

Publikumsnähe

85.000 Menschen haben in den vergangenen Jahren im Schnitt zugeschaut, sagt Carina Trachta, die Sprecherin der Eventveranstalter. Klar, dass dies für die Surf-elite höchst attraktiv ist, zumal sie nirgends sonst ihrem Publikum so nahe sein kann.

Nicht nur auf dem Wasser, wo sie all ihre verblüffenden Kunststücke in möglichst geringer Distanz zum Strand vorführen. Auch am Abend, wenn der Sport erledigt ist und der Fun beginnt, geht es zur Sache. Und zwar - jetzt ganz ohne Ironie - sowohl bei der "Bacardi Partyweek" von 29. April bis 8. Mai auf gleich "fünf Floors", als auch beim "Zipfer Seaside Festival" am 6. und 7. Mai.

Bei all dem, dem ganzen Rundherum, das tatsächlich an ein Festival denken ließe, sollte freilich nicht übersehen werden, dass hier windsurfbezüglich veritabler Spitzensport geboten wird. Vom 29. April bis 4. Mai misst sich die Elite der Freestyler. Der Podersdorfer Titelverteidiger, Elton Frans, ist ebenso da wie die aktuelle Nummer eins der Weltrangliste, Kiri Thode. Beide kommen aus Bonaire, der niederländischen Karibikinsel, wo das Wasser freilich eine Spur tiefer ist als hier vor Podersdorf, wo auch José Estredo surfen wird, der vierfache Weltmeister aus Venezuela.

In den vergangenen Jahren haben die Stars und ihr Publikum sich zuweilen eher aufs Rahmenprogramm konzentrieren müssen. In die Falle der Flaute braucht heuer, versprechen die Organisatoren, niemand tappen. Heuer nämlich gibt es erstmals, so Carina Trachta, die Sprecherin, "das Tow-In".

Zumindest da, am 30. April, werden alle, die das wollen, mit Sicherheit die spektakulären, strandnahen "Moves" sehen. Denn das Tow-In geht so: Ein Jet-Ski zieht - ähnlich wie ein Motorboot den Wasserskifahrer - den Crack Richtung Strand. Dieser lässt dann rechtzeitig aus und tut in gewohnter Geschwindigkeit, was so ein Freestyle-Surfer eben tut. Entwickelt wurde das von den klassischen Surfern, die ohne technische Hilfe die wirklich großen Herausforderungswellen ansonsten nicht hätten derreiten können. Aber von da bis dort ist es in der Surfszene ja bloß ein Katzensprung, und somit gibt es das nun auch bei den windgetriebenen Wellenreitern. Das diesbezügliche Podersdorfer Finale des, ja: "Surf Magazin Tow-In Night Contests" wird jedenfalls nach Sonnenuntergang über die Seebühne gehen, "dafür haben wir eine eigene Flutlichtanlage aufgebaut".

Nach dem Himmel wird dann vom 5. bis zum 8. Mai gegriffen. Da messen sich die Kitesurfer aneinander im, sowieso: "kiteboarding.eu Freestyle Classics". Ein hochspektakulärer Sport, fraglos, bei dem die Männchen und die Weibchen versuchen, sich hoch in die Lüfte zu schwingen, um dort, wie es der Jahrezeit gebührt, ihre Tänze vorzuführen.

Adlertänze

Drüben, im Nationalpark, tun das die See- und die Kaiseradler ja auch. Und wie ließe sich der Übergang vom Frühling zum Sommer auch gelungener in Szene setzen als so. Der Sport - nicht bloß ein Privileg, sondern in seiner Showvariante auch ein Feierritual für die Jugend - findet am Podersdorfer Nordstrand in den gelungenen Augenblicken tatsächlich zu sich.

Das ist mehr, als sich von vielen anderen Sportveranstaltungen - von österreichischen Fußballspielen angefangen - behaupten lässt.

Und das ist, wenn man denn so will, das Podersdorfer Gefühl: So lange der Adler und die Adlerin noch fliegen, muss irgendwas noch irgendwie halbwegs in der Ordnung sein.(Wolfgang Weisgram, DER STANDARD Printausgabe, 23./24. April 2011)

Kommentar posten
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1 2
Graue Eminenz
00
kite-surfer...

...schaun allerdings ziemlich spektakulär aus - und dann gabs auch noch das seaside-festival, sehr nett: http://eminenz.wordpress.com/2011/05/0... te-surfer/

Porqué no te callas?
00
12.5.2011, 15:29

schau dir mal einen pwa wave event an ;)

Dr Don Tango
20
26.4.2011, 12:49

für richtiges surfen brauchts wellen und brett. aber sicher kein segel.

Porqué no te callas?
00
26.4.2011, 16:57

ganz ein schlauer oberschlaumeier.... wahrscheinlich selbst noch nie auf einem brett gestanden. :)

Porqué no te callas?
00
24.4.2011, 11:56

war bis jetzt immer der meinung dass ich es vorziehe selbst aufs wasser zu gehn und auf solche events verzichte. diesmal nicht. :) aber das material hab ich sicher dabei, weil zum lago di schlamm komm ich ja auch nicht alle tage; vielleicht lassen die pro´s ja ein bisschen kabbelwasser übrig. :)

Josef Flader
00
24.4.2011, 10:56

zum glueck findet man die herrschaften die lauter shice posten nur hier im forum, und nicht am surfopening, aber genau deshalb ist es ja soo ein genialer event !!

TRockenmilch
01

sie dürften schon lang nimmer dort gewesen sein.
im grunde ist das nur noch ein gti-treffen ohne gtis :(

nicht falsch verstehen. ich bin gern dort. aber jedes jahr die gleichen bands und lauter bsoffene idioten die keine ahnung vom surfen haben aber dafür gern schlägern, schmeckt eher nach donauinselfest als nach surfopening :/

Ravenspower
20
23.4.2011, 20:55
Ich war einmal....

... in podersdorf und habe auch im neusiedlersee gebadet. offen gesagt: das wasser/der see hat gestunken! auch im podersdorf war die umgebungsluft nicht die beste.

als kärntner sage ich: für wiener ist das vielleicht ein tolles erlebnis - als kärntner jedoch ist man vor der eigenen haustüre um welten besseres gewöhnt.

Porqué no te callas?
10
23.4.2011, 21:05

dass du kärntner bist brauchst du nicht extra erwähnen...

Ravenspower
10
23.4.2011, 22:57
LOL

viel spass weiterhin in der stinklackn.

Porqué no te callas?
10
24.4.2011, 11:57

lol du erinnerst mich an die typischen kärntner karrikaturen. :)

Ravenspower
00
24.4.2011, 22:54
Jo genau...

... es leben die vorurteile, ga?

Porqué no te callas?
00
26.4.2011, 09:50

wenn sie von leuten wie dir derart eindrucksvoll bestätigt werden....

TRockenmilch
02
23.4.2011, 17:43

seit josh stone beim ersten opening nur 3 meter von mir entfernt geloopt hat (was am see damals wirklich noch eine sensation war) gibt es nur einen fixtermin pro jahr.

shice auf weihnachten, shice auf silvester, shice auf ostern und geburtstag.

das einzig wichtige familientreffen ist immer anfang mai im burgenland!

Frédéric B.
02
23.4.2011, 14:19
Seltsamer Schreibstil

Das klingt irgendwie alles so, als ob ein 16-jähriger für 60-jährige schreiben würde. Strange.

StandardMeinung
11
23.4.2011, 13:48

Seid wann lässt denn der Standard die Sportreportagen von Hobby-Ornithologen schreiben? ;-)

vallis rosarum
 
12
23.4.2011, 15:09
"Seid (sic!) wann" ? Antwort:

Seit Jahrmillionenn balzt und stelzt das Männlein ums Weiberl. Ob Primat, wie wir, oder ein Vogel:
Die Grundstrukturen sind diesselben!!

StandardMeinung
00
23.4.2011, 18:46

Orthografie, Ornithologie, Ontologie. Ganz schön kompliziert, was?! ;-)

Andrian Susu
30
23.4.2011, 12:59
schreibstil auf „heute“ angepasst?„

„die Männchen und die Weibchen “ _ halllooo???

lilian
01
23.4.2011, 16:03
na jessas na, seins ned gor so kleinlich! ist ja

im kontext mit den vögeln sehr passend.

Senftube
00
23.4.2011, 11:54
was passiert eigentlich...

...wenn zum angesagten termin absolute flaute herrscht? stellen die dann große ventilatoren hin oder wie?

stepko
02
23.4.2011, 11:35
gollito!

ich mag diese strandidylle ... ;)

http://www.youtube.com/watch?v=HGtv8ENrAhg

ich bin rapid-fan
00
23.4.2011, 11:00

85.000 Zuschauer bei einem Segelsportevent in Österreich sind sicher ein gutes Zeugnis für die Organisatoren.

Ordelafo Priul
10
22.4.2011, 21:58

Wie oft passiert es bei solchen Veranstaltungen (oder im Alltagsbetrieb), dass Segler (mit Wegerecht) durch solche Veranstaltungen durchfahren?

Ada B. Surdum
00
23.4.2011, 18:35

ein echter segler mischt sich doch nicht unter diesen haufen von buntem treibgut sondern beobachtet die verrückten lieber aus sicherer distanz vom sicheren hafen aus mit einer guten flasche rotwein an bord und wartet geduldig ab bis das spektakel vorbei ist

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