Zehntausende gegen Saleh auf der Straße

22. April 2011, 17:34
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"Wir werden hier nicht mehr weggehen, bis er geht"

Sanaa - Im Jemen sind am Freitag erneut Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um für den Rücktritt des Langzeit-Präsidenten Ali Abdullah Saleh zu demonstrieren. "Wir werden hier nicht mehr weggehen, bis er geht", sagte ein Geistlicher in seiner Predigt zum Mittagsgebet in der südlichen Stadt Taiz. Kundgebungen fanden auch in der Hauptstadt Sanaa und anderen Städten statt.

In Sanaa demonstrierten in der Nähe des Präsidentenpalastes auch tausende Anhänger Salehs, der seit 32 Jahren über sein Land herrscht. Von Zusammenstößen wurde zunächst nichts bekannt. Die Proteste gegen den Staatschef dauern nun schon seit mehr als zwei Monaten an. Mehr als 100 Menschen wurden dabei bisher von Sicherheitskräften und Saleh-Anhängern getötet.

Der Golf-Kooperationsrat hatte am Donnerstagabend im Rahmen seiner Bemühungen für eine Beilegung des blutigen Konflikts im Jemen einen Kompromissvorschlag vorgelegt. Diesem zufolge soll Saleh innerhalb von 30 Tagen zurücktreten, die Amtsgeschäfte an seinen Vizepräsidenten Abdu Rabo abgeben und damit den Weg zu Präsidentschafts- und Parlamentswahlen freimachen. Saleh begrüßte am Freitag den Plan, betonte aber, er müsse mit der Verfassung übereinstimmen. (dpa, STANDARD-Printausgabe, 23./24./25. April 2011)

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    Anti-Saleh-Demonstranten protestierten in Taiz mit einer riesigen jemenitischen Flagge.

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