"In die Fußstapfen von Samstag"

22. April 2011, 17:18
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Brauner: Gesiba-Chef Kirschner ist "Idealbesetzung für den Airport"

Wien - Wiens Finanzstadträtin Renate Brauner lässt im Gespräch mit dem STANDARD keine Zweifel aufkommen, dass Gesiba-Chef Ewald Kirschner "in die Fußstapfen von Karl Samstag als Aufsichtsrat des Wiener Flughafens treten wird". Wie berichtet gibt es einen Aufsichtsratsbeschluss, wonach der interimistische Flughafen-Chef Christoph Herbst wieder an die Aufsichtsratsspitze zurückkehren kann. Brauner: "Daran hat sich meines Wissens nichts geändert." Kirschner sei jedenfalls, so Brauner, der richtige Mann für den Flughafen-Job, ein ausgewiesener Bauexperte, was kann der Flughafen besseres brauchen als ihn, so die Stadträtin?

Syndikatssitzung am Mittwoch

Samstag war bis Ende 2010 stellvertretender Aufsichtsratschef. Wechselt Herbst (wird der ÖVP zugerechnet) wieder an die Aufsichtsratsspitze, wäre demnach Kirschner (SPÖ-nahe) sein Stellvertreter. Die Niederösterreicher pochen auf die Rückkehr von Herbst an die Aufsichtsratsspitze. Andernfalls würde sich der Jurist zur Gänze aus dem Flughafen zurückziehen.

Ob die Weichen tatsächlich so gestellt werden wie Brauner ankündigt, könnte sich bei der Syndikatssitzung der Haupteigentümer Wien und Niederösterreich am kommenden Mittwoch entscheiden. Möglich wäre aber auch, dass erst bei der konstituierenden Aufsichtsratssitzung im Anschluss an die Hauptversammlung (29. April) entschieden wird, ob Kirschner tatsächlich nur Platzhalter für Herbst an der Spitze des Kontrollgremiums ist.

Aufsichtsrats-Mehrheit

Seit dem Wechsel von Herbst vom Aufsichtsrat in den Vorstand haben "die Roten" zwei Stimmen Mehrheit im Aufsichtsrat. Die Funktionsperiode der insgesamt vier neuen Flughafen-Aufsichtsräte endet parallel zu den derzeit aktiven, Anfang 2013.

Mit der komfortablen Mehrheit im Aufsichtsrat können "die Roten" bereits unter Kirschner in den nächsten Monaten ganz wesentlich Entscheidungen, wie die Bestellung des neuen Vorstandes beeinflussen. Wien und Niederösterreich versicherten zwar im Vorfeld Experten zum Zug kommen zu lassen. Laut Syndikatsvertrag können beide je einen Vorstand nominieren. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23./24./25.4.2011)

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