Kanzler Faymann demonstriert mit Atomkraftgegnern

22. April 2011, 17:18
2 Postings

Anlässlich des 25. Jahrestages von Tschernobyl und der aktuellen Atomkatastrophe in Japan wird es am Ostermontag um 18 Uhr eine Gedenkkundgebung auf dem Wiener Stephansplatz geben.

Unter dem Motto "Vermächtnis und Verpflichtung" wird der Opfer der AKW-Katastrophen gedacht und ein Ausstieg aus der Kernenergie in Europa gefordert. Die Liste der Teilnehmer ist durchaus prominent. Auch Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) wird auf dem Stephansplatz eine Rede halten. Er werde die Anti-Atom-Haltung Österreichs unterstreichen, sagt sein Sprecher. Es müsse deutlich werden, dass die Politik gemeinsam mit der Zivilgesellschaft für eine Energiewende sorgen kann.

"Mahntag für Energiewende"

Am Rednerpult wird auch Grünen-Chefin Eva Glawischnig stehen. Sie sagt im Gespräch mit dem Standard: "Es ist nicht nur ein Gedenktag, sondern auch ein Mahntag für die Energiewende. Es gibt ermutigende Signale aus verschiedenen europäischen Ländern, die einen radikalen Wechsel in der Energieversorgung einfordern." Österreich sei noch "meilenweit" von einer Energiewende entfernt.

Neben Faymann und Glawischnig werden Redner von Global 2000, anderen NGOs und den Kirchen erwartet.

Organisiert wird die Demonstration von der Umweltschutzorganisation Global 2000. Geschäftsführer Klaus Kastenhofer will ein deutliches Zeichen für "Atomkraftwerke abschalten - jetzt!" setzen. Unterstützt wird die Veranstaltung von der SPÖ und den Grünen, einzelnen NGOs wie den Globalisierungskritikern Attac oder von der Initiative Atomstopp Oberösterreich.

Am Schluss der Gedenkkundgebung sollen 2000 Kerzen angezündet werden, die ein Atomsymbol bilden. Diese "brennenden Atomsymbole" soll es in ganz Europa geben, verkündet Global 2000. Das mache das internationale Netzwerk Friends Of The Earth möglich. So werde der Opfer von Tschernobyl gedacht. (Saskia Jungnikl, DER STANDARD-Printausgabe, 23./24./25.4.2011)

Share if you care.