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Hans Blix: "Es ist nicht so einfach, eine neue Energiegeneration zu erzeugen."
vergrößern 650x42627. April 1986, Prypjat, Ukraine, damals UdSSR: 47.000 Einwohner der Stadt, vier Kilometer von Tschernobyl entfernt, wurden mit 1200 Bussen und 200 Lastwagen evakuiert.

Sieben Jahre später untersucht ein Wissenschafter einen toten Baum in der Nähe der Stadt. Prypjat ist heute eine Geisterstadt.
STANDARD: Was kann man aus einem Unfall wie in Fukushima oder Tschernobyl lernen?
Blix: Man kann im Bereich der Technik Dinge verbessern. Reaktoren wie in Tschernobyl werden nicht mehr gebaut, es gehen neue Typen in Betrieb. Was Gegner oft sagen, Atomenergie sei antiquiert, täuscht. Es passiert sehr viel auf dem Gebiet. Und wären in Fukushima die Sicherheitsvorschriften auf dem letzten Stand gewesen, wäre einiges von dem, was passiert ist, nicht passiert.
STANDARD: Wie sicher ist Atomenergie?
Blix: Alle Energieformen bergen Risiken. Die jüngsten AKW-Reaktoren sind viel sicherer als die alten, aber null Risiko ist nicht möglich. Die größten Unfälle passieren im Bereich Wasserkraft, wenn Dämme brechen. Oder man denke an die tausenden Kohleminenarbeiter, die jedes Jahr sterben.
STANDARD: Die EU plant Stresstests für AKWs. Was soll mit alten Reaktoren passieren?
Blix: Es ist wie mit einem alten Auto. Wenn Sie vorsichtig fahren und Teile austauschen, ist es noch gut. Aber es wäre wahrscheinlich besser, ein Neues zu kaufen. Es könnte daher besser sein, neue Reaktoren zu bauen. In welchem Stadium, ob nach 40, 50, 60 Jahren, kann ich nicht sagen. Der Grund, warum das bisher nicht geschah, ist der Widerstand gegen Atomenergie.
STANDARD: Wirtschaftliche Überlegungen spielen aber auch mit.
Blix: Bis zu einem gewissen Grad. Es ist ein gutes Geschäft, alte Reaktoren auszubauen. Der Hauptgrund ist aber, dass man keine neuen Standorte findet. Dafür sind die Gegner verantwortlich.
STANDARD: Sie waren nach dem Unfall in Tschernobyl als einer der ersten westlichen Wissenschafter vor Ort. Als Sie das Ausmaß des Unglücks sahen, gab es da einen Moment, in dem Sie Atomkraft verflucht haben?
Blix: Nein, für mich ist Energie keine Frage der Religion. Ich denke da auch daran, was der indische Vater der Nuklearenergie (Physiker Homi Bhabha, Anm.) gesagt hat: "Keine Energie ist teurer als gar keine Energie." Die Länder, die expandieren, sind China, Indien, Indonesien, Pakistan. Der nukleare Frühling kommt - nur langsamer.
STANDARD: Was ist mit erneuerbarer Energie?
Blix: Im Bereich erneuerbarer Energien geht es zum Großteil um Wasserkraft, nur ein sehr kleiner Prozentsatz ist Wind- oder Sonnenenergie. Aus diesen wird man nie für Schanghai oder Kalkutta den Strom erzeugen können, den man dort braucht. Diese Energieformen werden marginal sein.
STANDARD: Manche Wissenschafter sagen, man habe den Zeitpunkt verschlafen, um auf erneuerbare Energie umzusteigen. Gab es den Zeitpunkt aus Ihrer Sicht gar nicht?
Blix: Es ist nicht so einfach, eine neue Energiegeneration zu erzeugen. Wenn ich mir ansehe, wie viel Geld in Waffen fließt, ist die Forschung auf dem Gebiet ein Klacks. 1980 entschied Schweden, aus Atomenergie aus- und auf Wind- und Solarenergie umzusteigen. Heute sind wir nur ein kleines bisschen weiter. Es heißt ja auch immer wieder, dass Atomenergie subventioniert wurde, weil die Erfindung vom Militär kam. Das stimmt, aber es ist auch Geld in andere Energieformen geflossen.
STANDARD: Sie sehen die Atomenergie im Wachstum. Wie stark?
Blix: In den nächsten Jahren werden zunächst mehr Reaktoren ausgeschaltet. Danach sehe ich eine Ausweitung. Ich denke nicht, dass Österreich ein AKW bauen wird.
STANDARD: Deutschland will nun schneller aus der Atomenergie aussteigen.
Blix: Ich sehe nicht, wie Deutschland die Klimaziele erreichen will ohne Atomenergie. Österreich stoppte Zwentendorf und baute Dürnrohr - ein Kohlekraftwerk.
STANDARD: Die Lagerung des Atommülls ist und bleibt ein Problem.
Blix: Der Müll kann tausende Jahre aktiv bleiben, ja. Aber was ist die Alternative? Wenn man über alternative Energie spricht, sollte man auch über alternativen Müll reden. Bei fossilen Brennstoffen akzeptieren wir Emissionen, durch die die globale Erwärmung droht. Bei Atomkraft kann im Unglücksfall etwas austreten. Der Müll ist vielleicht der größte Vorteil von Atomenergie. Er ist klein, und man kann darauf aufpassen.
STANDARD: Sie leiteten von 1981 bis 1997 die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO), die die Verbreitung von Atomenergie fördert und ein Watchdog in Bezug auf ihre militärische Nutzung ist. Funktioniert dieser Spagat?
Blix: Ich habe nie erlebt, dass die IAEO als Watchdog weniger ernst genommen wird, weil sie auch die Aufgabe hat, Atomenergie zu fördern. Die Watchdog-Funktion wird sogar leichter akzeptiert, weil die IAEO auch als Hilfe gesehen werden kann. (Gudrun Springer, DER STANDARD; Printausgabe, 23./24./25.4.2011)
Hans Blix (82) war Schwedens Außenminister, IAEO-Direktor und 2000-2003 Chef der UN-Rüstungskontrollkommission, die im Irak Massenvernichtungswaffen suchte und keine fand. Im Buch "Mission Irak" (2004) zog Blix darüber kritisch Bilanz.
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Die Argumente alle recht daneben. "alternativer Müll"? So wie verbrauchter Wind aus dem Windkraftwerk? Das verbrauchte Wasser? Sonnenenergieabfall?
Und Atomkraft ist heute marginal, nicht alternative Energie. Und Klimaziele kann man mit Kernenergie schon garnicht erreichen, weil die eine katastrophale CO2-Bilanz hat - erst recht, wo die Urangewinnung immer aufwändiger wird.
Natürlich müsste man investieren, um alternative Energiegewinnung zu verbessern. Aber das haben die Kernkraftbefürworter verhindert. Hätte man das gemacht, wäre das Problem schon längst gelöst.
Er war von 1981 bis 1997 Direktor der Internationalen Atomenergie-Organisation - also fiel Tschernobyl in seine Amtszeit!
Er hat daraus nichts gelernt - seine Aussagen sind längst überholt - ich habe erhebliche Zweifel an der Seriosität der IAEA/O !
Diese Branche lebt auf Kosten künftiger Generationen, von Versprechen die nicht haltbar sind. Die Nuklear-Branche wird in vielfacher Weise subventioniert - ohne diese wäre Atomstrom zehn/zwanzig - mal so teuer.
Es gibt kein AKW wo alle Sicherheitsbestimmungen / Vorkehrungen beachtet werden - Gott sei gedankt - der Atomverbrauch sinkt deutlich.
Auch Japan ist wegen seiner AKWs gewaltig in der Klemme, da gibts Störfälle in erheblichem Umfang !
Wenn man sich hier 80% der Posts anschaut, ist die Diskussionskultur in diesem Forum völlig den Back runtergegangen. Aussagen wie "..Brennstäbe in Blix Allerwertesten rein schiebt und dort endlagert." haben das Niveau wie teilweise Gespräche unter alkoholisierten Sandlern, wobei sich diese vermutlich sogar beleidigt fühlen würden.
Es gibt nach wie vor Leute die eine andere Meinung haben als manche Poster hier, es gibt auch noch Leute die Kernphysik studieren und es gibt sogar noch Menschen in Europa und auch in Österreich die sich für Jobs in AKWs bewerben! Und all diese Leute sind weder dement noch verrückt.
Rein nur mal angenommen, dass Ihre - hinter-mir-die -Sintflut-Hypothese nicht stimmt und Sie nicht in den christlich vorgestellten Himmel kommen sondern wiedergeboren werden, dann könnte es allemal geschehen, dass sie als Nukular-Zusammenräumer direkt neben einer Atomruine zur Welt kommen und ihnen es dann nicht so egal wäre, welchen Blödsinn sie jetzt hier rausquirlen!
Und überhaupt allgemein, was sichert denn all die Leute, die übelstes Karma hinterlassen so sehr ab, dass sie nicht doch mit Konsequenzen zu rechnen haben? Da unten schreibt einer... die Menschen in 20.000 Jahren. Die Menschen in 20.000 Jahren, das sind wir!
Wo auch so nebenbei über die unglaublichen Vertuschungsaktionen nach Tschernobyl berichtet wird - nicht zuletzt durch die IAEA.
http://www.youtube.com/results?s... q=tscherno
Die Menschen in den nächsten 20.000 und mehr Jahren werden sich aber darum reißen auf den von der kriminellen Atomlobby produzierten Müll aufzupassen ...
Unglaublich, daß wir uns von dieser Mafia weiter bescheißen lassen? Gaddafi ist ja geradezu ein Waisenknabe dagegen.
In den 50ern gab es eine Technik-Zeitschrift namens "Hobby". Darin wurde vorausgesagt, daß spätestens in den 80er Jahren Autos kein Benzin mehr benötigen würden, sondern mit kleinen Atomreaktoren aus dem Kofferraum angetrieben werden würden. Tanken nur mehr einmal in 20 Jahren oder so ähnlich, Betrieb total sicher.
Wenn ich Blix so lese, frage ich mich, wo diese Autos geblieben sind.
Selbst der Konzern RWE (der auch AKW's betreibt, und dem niemand "grüngefärbte" Realitätsverkennung vorwerfen wird) könnte über die "Marginalität" von Wind und Sonne anders denken, und macht so seine Pläne zum Speichern dieser von meteorologischen Gegebenheiten abhängiger Energiegewinnung.
http://www.rwe.com/web/cms/m... -ADELE.pdf
Bis zu diesem Interview dachte ich das Blix einigermassen intelligent ist.
Jetzt weiss ich das auch er nur ein Troll ist.
In die Atomenergie wurde SO UNGLAUBLICH VIEL GELD reingesteckt. Konzerne wie RWE haben dabei kräftig profitiert. Jeder Geldfluss zieht auch Korruption mit sich, und die finanziellen Risken trägt der Steuerzahler (dank Hermes AG und ähnlicher Abkommen/Verträge)
Dazu kommen Endlagerprobleme. Was ist mit Gorleben und dem Geld das man investierte?
Es gibt nur eine Lösung und zwar eine vernünftige:
KOMPLETTAUSSTIEG aus der fission-Atomkraft.
angewandte Dummheit oder endlose Ignoranz?
Es gibt unzählige Studien von angesehen Universitäten die unterschiedliche Szenarien zur sauberen Energiegewinnung aufzeigen.
Alle kommen zu dem Ergebniss dass ein Mix aus Solar/Wind/Wasser/Geothermie den Bedarf zu 100% decken kann.
Allerdings bringt ein Atomkraftwerk mehr Gewinn für die Betreiberfirma, da diese nicht für die Endlagerung aufkommen muss. (Und das ist nunmal gut für den Aktienkurs) Auch im Schadensfall gibt es für die Betreiber Ausstiegssklauseln sodass der Staat für die Kosten aufkommen muss.
Wir sehen hier Menschen die keine Alternative zu A-Kraft sehen weil es Ihnen nicht mehr Geld bringt.
In meinen Augen der letzte Abschaum.
Der Typ ist echt nicht mehr ganz dicht.
Wären all die Forschungs- Förder- und Schmiergelder die in die Atomindustrie geflossen sind in die Erforschung erneuerbarer Energie gesteckt worden, wären diese schon längst beherrschend auf dem Energiemarkt.
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