Was heißt Aufklärung heute?

22. April 2011, 17:07
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    Der Albtraum der rationalistischen Aufklärung ist Charlie Chapli in "Modern Times" (1936), aufgemalt auf eie Schweizer Hausfassade.

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    Philipp Blom, geb. 1970 in Hamburg, ist Schriftsteller, Historiker, Journalist (u. a. Ö1) und Übersetzer. Er studierte in Wien und Oxford, hat in London und Paris gearbeitet und lebt heute in Wien. Zuletzt erschien von ihm "Böse Philosophen. Ein Pariser Salon und das vergessene Erbe der Aufklärung" (Hanser, 2011).

Überall bröckelt das Bewusstsein der Aufklärung, die eine moderne Gesellschaft erst möglich gemacht hat

Kants Hausschuhe stehen in Peking, und niemand geht hin. Während die chinesische Regierung einen ihrer wichtigsten Kritiker mundtot macht und verschwinden lässt, zeigt die deutsche Regierung den wenigen Chinesen, die sich in die Aufklärungs-Ausstellung verirrt haben, Bilder einer preußischen Idylle. Wenn dieses Ereignis irgendjemanden aufklärt, dann wohl die Machthaber in Peking - die wissen jetzt nämlich, dass sie nicht einmal mit symbolischen Konsequenzen zu rechnen haben, wenn sie einen Ai Weiwei festnehmen, vor den Augen der Weltöffentlichkeit und fast zeitgleich mit der Eröffnung der Ausstellung, die eigentlich die Menschenrechte feiern soll.

Die Werte der Aufklärung sind nicht immer vereinbar mit gesunden Handelsbilanzen. Sie sind unkommerziell und unbequem, und sie werden mit erstaunlicher Geschwindigkeit erodiert. In Großbritannien erhalten Universitäten unter der neuen, konservativ-liberalen Regierung keinerlei Finanzierung für geisteswissenschaftliche Fächer mehr, denn, so erklärte mir ein Wirtschaftswissenschafter, der Mitte zwanzig war, sie steigern die Produktivität nicht. Gleichzeitig steigen die Studiengebühren auf mehr als 10.000 Euro pro Jahr. Diese Maßnahmen der Regierung Cameron scheinen der effektivste Weg, das Abendland als gesellschaftliches Projekt fallenzulassen und durch ein endloses Shoppingcenter zu ersetzen, durch die Postdemokratie, die systematische Belustigung gieriger Ameisen.

Überall bröckelt das Bewusstsein der Aufklärung, die eine moderne Gesellschaft überhaupt erst möglich gemacht hat, mit allen Schattenseiten, aber auch mit dem Rekurs auf die Vernunft, Menschenrechten, individuellen Freiheiten, Gleichberechtigung, Toleranz - Fiktionen vielleicht, aber nützliche, die Denkräume auftun.

Tatsächlich aber geht es immer stärker darum, Denkräume wieder zuzunageln. Wo würde man ein klares Bekenntnis zu den Idealen der Aufklärung erwarten? Sicherlich in einem Gerichtssaal. Tatsächlich aber hängen nicht nur in österreichischen, sondern auch in deutschen und anderen europäischen Gerichtssälen noch oft Kruzifixe. Als 2010 beim Tierschützerprozess in Wiener Neustadt einer der Angeklagten forderte, das Kruzifix aus dem Gerichtssaal zu entfernen, weigerte sich die Richterin mit der Begründung, das Zeichen stehe "nur für eine symbolhaft verkörperte Idee." Die Frau Richterin wird wohl die Nächstenliebe gemeint haben.

Aus der Mode gekommene Werte

Tatsächlich steht das Kreuz auch für Werte, die für das Selbstverständnis der Gesellschaft, die hier Recht sprechen will, zutiefst verstörend sind. Abtreibung, Homosexualität, Verhütung und mehr werden im Namen dieses Symbols verdammt. Es steht für die systematische Missachtung von Frauen, für Körperfeindlichkeit und für eine positive Bewertung des Leidens als Reinigung der Seele. Und auch von seinen historischen Assoziationen kann das Kruzifix, sicherlich in den Augen von Nichtchristen, nie ganz gereinigt werden: die Verfolgung von Andersgläubigen, Hexenverbrennungen, Kreuzzüge, die kompromittierende Nähe zu brutalen Machthabern, die zynischen Predigten gegen den Gebrauch von Kondomen in Aids-betroffenen Ländern Afrikas.

All dies ist da präsent, wo ein Kruzifix hängt. Nichts von alledem hat etwas an einem Ort zu suchen, an dem eine tolerante, aufgeklärte Gesellschaft Streit schlichtet und Verbrechen ahndet. In einem Gerichtssaal wird, zumindest dem eigenen Anspruch nach, nach anderen Rechtsnormen und moralischen Kriterien verhandelt, nach dem Selbstverständnis einer säkularen und aufgeklärten Demokratie.

Argumente wie diese klingen nur dort überzogen, wo der universalistische Anspruch der Aufklärung entweder nie angekommen ist oder längst verworfen wurde. Tatsächlich ist die Aufklärung in intellektuellen Zirkeln aus der Mode gekommen und durch frei ineinander schwimmende Diskurse ersetzt worden, von denen die meisten das Präfix "post-" tragen, sei es demokratisch, kolonialistisch, imperialistisch, feministisch, strukturalistisch, modern, etc. Es drängt sich der Eindruck auf, dass wir nicht so sehr in wie nach einer historischen Periode leben, als würden wir uns längst selbst resigniert als Postskriptum des Abendlandes betrachten.

Der Bruch mit der Aufklärung kam scheinbar mit Horkheimer und Adorno, mit Dialektik der Aufklärung und der Entstehung von "Auschwitz" als kulturelle Trope, die jeden Glauben an Humanismus und Vernunft im Keim ersticken muss, weil auch im kultivierten Deutschland ein Menschheitsverbrechen möglich gewesen war.

Wenn KZ-Kommandanten Bach spielen und Kant lesen, dann sind die Werte der Aufklärung zertrümmert. Horkheimer und Adorno waren selbst enttäuschte Liebhaber, Produkte eines bourgeoisen, assimilierten Judentums, das seine Heimat bei Goethe, Schiller und Beethoven gesucht hatte. Ihre Kritik an der Vernunftgläubigkeit und der rationalisierten Gesellschaft hat aber ihre Gültigkeit behalten. Der Albtraum der rationalistischen Aufklärung ist Charlie Chaplin in Modern Times, ein Mensch, dessen letzte Sekunde verplant ist und der im plankonformen Moloch der Maschine ganz verschwindet.

Wir haben uns zurückgezogen von dieser Aufklärung, die keine automatische Seligkeit garantiert. Unversehens sind unsere kulturellen Instinkte in längst eingegrabene theologische Bahnen zurückgesprungen. Dabei geht es, auch in Europa, nicht um den Vormarsch des Kreationismus oder um Sekten auf Seelenfang: Das religiöse Denken hat nur sein Vokabular verändert. Wir erwarten nicht mehr, am Jüngsten Tag körperlich aufzuerstehen, aber der bloße Name Fukushima jagt uns einen wohlig endzeitlichen Schauer über den Rücken, Apokalypse und Paradies sind noch immer die Kategorien, in denen wir unsere kollektive Zukunft träumen.

Sogar gläubige Katholiken lassen sich Entscheidungen über ihr Sexualleben nicht mehr von der Kirche diktieren (sonst hätten sie mehr Kinder), aber unser christlicher Körperhass ist allgegenwärtig in Hollywood-Filmen, in denen man keinen nackten, wohl aber einen gefolterten Körper sehen darf. Wir haben die Heiligenstatuen durch Models ersetzt, und anstatt zu fasten machen wir Diät, während die Erbsünde als Schuldgeflecht innerhalb der Familie noch immer einen zentralen Ort in unserem Leben hat. Die göttliche Vorsehung und ihre laizistische Schwester bei Hegel sind durch den Glauben an den Markt als objektive Macht der Geschichte ersetzt worden. Wir denken in tief religiösen Strukturen, ohne es auch nur zu merken. Die Denkräume der Aufklärung sind noch immer zugenagelt.

Wie die Denkräume aussehen könnten, zeigen Denker, die fast völlig in der historischen Versenkung verschwunden sind. Es sind die radikalen Aufklärer des 18. Jahrhunderts, deren sensualistische, antireligiöse Weltsicht davon ausging, dass Menschen als eine erfolgreiche Tierart Trost und so etwas wie Erfüllung finden kann, indem sie lustvoll, planvoll und solidarisch leben. Der Ort, an dem diese intellektuelle Explosion stattfand, war ein Salon im vorrevolutionären Paris. Der Hausherr, Paul Thiry d'Holbach, war der erste weithin (wenn auch pseudonym) gelesene atheistische Autor seit der Antike, David Hume war ein enger Freund, der regelmäßigste Gast bei Tisch war Denis Diderot, dessen durch und durch moralisches Denken die Wollust sowohl zur Grundlage als auch zum Ziel nahm.

Anstatt sich für das Potenzial der radikalen Aufklärung zu öffnen, zog es das neunzehnte Jahrhundert vor, eine gemäßigte, leicht verdauliche Version des Enlightenment zu akzeptieren, die universelle Werte bot, ohne die intellektuellen Instinkte einer christlich geprägten Kultur zu destabilisieren. Hier liegt eine Chance, denn heute ist Europa längst keine christliche Kultur mehr. Seine Werte und in zunehmendem Maße auch seine Bevölkerung sind breiter gefächert und machen eine neue Aushandlung von Gemeinsamkeiten nötig, um wirklich integrative Gesellschaften möglich zu machen.

Gerade in dieser Zeit kollektiver Aufklärungsvergessenheit ist es nötiger denn je, die Diskussionen und Denkmöglichkeiten der Aufklärung wiederzubeleben, um eine gemeinsame Sprache zu entwickeln. Vielleicht ist es im Zuge dieser Diskussionen möglich, die kulturellen Instinkte eines neuen Abendlandes auf eine nicht mehr christlich geprägte humanistische Basis zu stellen. In Österreich wird die Wichtigkeit einer integrativen Gesellschaft von der Regierung symbolisch unterstrichen: Sebastian Kurz, der neue Staatssekretär für Integration, ist 24 Jahre alt und Student. Noch vor einem Jahr fuhr er mit seinem "Geilomobil" unschuldig durch Wien. Auch so kann das Postskriptum des Abendlandes aussehen. (Philipp Blom, DER STANDARD/Printausgabe 23./24./25.4.2011)

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Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 32
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peter schmidt
 
00
15.5.2011, 22:19
Weniger waere mehr gewesen

Müllmann Mayer
00
26.4.2011, 19:01
Die Frage ist aus meiner Sicht eher welche Vorstellung von "Kultivierung" wenn schon nicht Verbrechen, so wenigstens Ab- und Ausgrenzungen begünstigt. Diese Menschenverachtung (allein). Welche Idee von Zivilisation oder Zivilisiertheit? Dazu gehört

auch wie etwa gerade mit einem Hinweis auf "Menschenwürde" gegen andere Menschen und deren Ausdruck zum Beispiel vorgegangen wird - in Fantasien eingedrungen. Mit welchem Recht?
Dabei teile ich nicht den Realismus des Autors. Wo ist so noch Anderes möglich - was soll das Gemeinsame demnach überhaupt sein und wogegen wird sich demnach alles gewehrt? Im Öffentlich-Rechtlichen scheint Denken vielfach überhaupt synonym mit Vorgaben aus der Religionsredaktion zu sein, wozu offenbar vor allem Auftritte des Wiener Kardinals zählen. Personalisiert. Auch an diesem letzten Wochenende wieder: beim Halb-Boulevard aus dem Süden war in Zusammenhang mit diesem etwas vom "Kindheitsglauben Atheismus" eines rechtsrechten Wendephilosophen zu lesen, usw..

Die Aufklärung
 
00
25.4.2011, 19:08
Schade

Das Thema "Aufklärung" gäbe sehr viel mehr "her", als der labernd-wabernde Duktus Bloms es auch nur ansatzweise versucht. Apokalypse-Verschnitte wie .......:
"Wir erwarten nicht mehr, am Jüngsten Tag körperlich aufzuerstehen, aber der bloße Name Fukushima jagt uns einen wohlig endzeitlichen Schauer über den Rücken, Apokalypse und Paradies sind noch immer die Kategorien, in denen wir unsere kollektive Zukunft träumen."

...... sind maximal popularjournalistische Etüden, keinesfalls ernsthafte Diskursbeiträge zum Thema. Der gesamte Artikel ist gespickt mit solchen Gesängen aus dem Fundus des allgemeinen Wortgeklingels ohne Bedeutung.

rasos
00
25.4.2011, 17:03
Brauchen wir eine moderne Ethik?

Die Postmoderne haben wir doch in den 90er Jahren hinter uns gelassen; in den Nuller Jahren wurde eine zweite Aufklärung eingeläutet. Wikileaks, Nordafrika oder die Energiewende sind sichtbare Ergebnisse einer rationalen Wende. Postreligiöse Fürbitten zu twittern wird nicht ausreichen, jetzt klären Fakten und Argumente auf.
Was fehlt ist ein halbwegs verbindlicher Wertekanon, basierend auf den Menschenrechten, aber anwendbar im täglichen (Berufs-)Leben, und der auch für nicht-konfessionelle einen Orientierungsrahmen bietet. Ethify ist da ein ernsthafter Versuch dazu: http://ethify.org/content/werte

chrilly donninger1
00
25.4.2011, 13:22
Geschwätz und Empirie

Die Shopping-Mall Methapher soll bedeuten: Es erleiden alle im Konsumrausch den Gehirntod.
Tatsächlich sind die unteren und mittleren Einkommen in den letzten 20 Jahren sowohl relativ als auch absolut gefallen. Die meisten Menschen können sich heute weniger leisten als vor 20 Jahren.
Das Geld konzentriert sich in den Säcken der oberen 20% (ich nenn sie die Paretos).

Das sind die Standard, Presse und Falter Leser. Politisch gesehen sind die Paretos primär Grün (und etwas ÖVP) Wähler.
Die sind tatsächlich träg und fett geworden. Einst hatte man den trotzigen alten Mann R.Jungk zur BP Wahl aufgestellt. Nun schwärmt man für den Biederheinzi.
Die Profiteure dieser Entwicklung suhlen sich dann in Untergangsszenarien.

zwurbelbart
 
00
25.4.2011, 18:20

danke fuer Ihr vorurteil

mfg, ein Standard-Leser der unteren 20%

Arjun
00
25.4.2011, 12:27

Endlich - ein Wort der Kritik!

chrilly donninger1
00
25.4.2011, 12:13
Da geht wieder einmal das Abendland unter

Normaler Weise hat DiePresse das Copyright drauf.
In Österreich ist die Aufklärung noch nie angekommen. Sie wurde den Leuten 10 Jahre während der Herrschafts Josefs II von oben eingebleut. Dann wars bis zum heutigen Tag wieder finster. Insofern ist es auch nicht schlechter geworden. Die Post-Suderanten müssten einmal erklären, wann es Aufklärung gegeben hat, wann Demokratie geherrscht hat.
Das Einzige was sich Post-mässig wirklich verändert hat: Am Land gibt es keine Postämter mehr.

Die Frankfurter Schule hat die Kritik an der Aufklärung auch nicht erfunden.
"Weh denen, die dem Ewigblinden
des Lichtes Himmelsfackel leihn!
Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden und
äschert Städt und Länder ein".
F.Schiller, Das Lied von der Glocke.

Alter Knacker
31
24.4.2011, 21:18

wozu aber die aufgeklärten, atheistischen Menschen Tag und Nacht abtreiben müssen, bis sie keine Kinder mehr kriegen, nur damit sie sich damit gegen die Kirche auflehnen können ? Das sind ja besessene Irre.

roman häubl
 
11
25.4.2011, 09:59
jaja....

weil ich nicht an gott glaube, lauf ich tag und nacht herum und reiß mit einem schührhacken so viele föten wie es geht aus den jeweiligen dazugehörigen gebärmuttern!!

wer hier besessen und irre ist!
amen

Alter Knacker
11

die fanatischen Atheisten können sich im Herz-Jesu-Krankenhaus oder im Göttlichen Heiland gar nicht operieren lassen, weil dort überall Kruzifixe hängen und da müssen sie erst zum Verfassungsgerichtshof rennen, damit die beseitigt werden. Dabei haben sie dort die Kirche und das Spital zusammen in ein Gebäude gebaut, wenn man vom Krankenzimmer den Gang entlangt geht, steht man plötzlich mitten in der Kirche.

nick delasoul
71
24.4.2011, 20:56
das kruzifix und der intelligente author

dieser, der super intelligente author weiss sicher, das unsere gesamte rechtsprechung auf christlichen werten basiert, gell... (du sollst nicht töten, du so...) mfg

chrilly donninger1
11
25.4.2011, 12:19
Das Christentum

hat ansatzweise Werte des Antiken Humanismus übernommen. Wenn schon, dann baut unsere Rechtssprechung auf diesen Humanismus auf.
Und ganz konkret am Römischen Recht.

Das Christentum ist aber in vielen Punkten ein Schritt hinter diese Positionen zurück. Speziell der Hl.Augustinus war ein ausgesprochener Menschenfeind. Seine Gnadenlehre zerstört eigentlich diese humanistische Basis.
Siehe dazu: K.Flasch: Die Logik des Schreckens.
http://www.amazon.de/Logik-Sch... 662&sr=1-1

roman häubl
 
10
25.4.2011, 09:48
zu kurz...

...gedacht!!
1. Du sollst an einen Gott glauben.
2. Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren.
3. Du sollst den Tag des Herrn heiligen.
4. Du sollst Vater und Mutter ehren, damit du lange lebest und es dir wohl ergehe.
5. Du sollst nicht töten.
6. Du sollst nicht Unkeuschheit treiben.
7. Du sollst nicht stehlen.
8. Du sollst kein falsches Zeugnis geben.
9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau.
10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut.
zit: kirchenweb.at

da ist schon einiges dabei, was nicht gesetz ist. von der moralischen unverträglichkeit ganz zu schweigen.

X 3 g
11
25.4.2011, 08:41

So ein Unsinn

Chrifa
00
24.4.2011, 20:29
Die Aufklärung ist

die Morgenröte der Menschheit!

chrilly donninger1
00
25.4.2011, 12:25
Morgenrot bringt Wind und Kot

Mann kann es natürlich auch positiv sehen:
Morgenrot bringt Water in Sod (Friessisch für Brunnen).
In Friesland wirds aber auch keine Frohbotschaft gewesen sein.

py rx
00
24.4.2011, 11:34
einmal nähert er sich der wahrheit:

... "Glauben an den Markt als objektive Macht". das wäre eine chance gewesen, den kapitalismus selbst als religion uns mithin als im rahmen eines politischen projektes der "aufklärung" aufzuklären. dann aber fällt er zurück in bürgerlich-demokratisches affimieren längst vergangener revolutionen. schade eigentlich.

->---
00
24.4.2011, 10:44
Idiocracy als Zukunft

Zitat: "das Abendland als gesellschaftliches Projekt fallenzulassen und durch ein endloses Shoppingcenter zu ersetzen, durch die Postdemokratie, die systematische Belustigung gieriger Ameisen"

Die einseitige Ausrichtung auf die Wirtschaft, angestoßen und massiv befördert vom angelsächsischen Raum (Thatcher, Reagan), führt in diese Richtung. Der Film Idiocracy ist ein warnender Ausblick. Wohlstand und Erfolg einer Gesellschaft müssen um essentielle Bereiche der Betrachtung erweitert werden. Geld bzw. wirtschaftlicher Gewinn allein sind Illusionen.

roman häubl
 
00
25.4.2011, 10:07

aber gerade "geld und wirtschaftlicher gewinn" haben ja doch sehr religiöse züge. thatcher und reagen als ikonen der wissenschaft darzustellen ist nicht ganz richtig. (sorry, falls ich sie falsch verstanden habe)
würde wohl lauten müssen: Die einseitige Ausrichtung "der " Wirtschaft.......

MIP1
37
23.4.2011, 18:45
Das Wort zum Sonntag

Es ist immer wieder erheiternd, wenn Essayisten oder Standesbeamte die literarische Form der Predigt aufgreifen. Sie sind dann fast so schlecht wie das Original.

Besonderes Markenzeichen der Predigt: Die beliebige Aneinanderreihung von Dingen wie (wenn's säkular hergehen soll) Studiengebühren, Chaplin, Verhütung, Fukushima, Tierschutz, Kants Schlapfen, Staatssekretär Kurz und was sonst noch so alles durch den Schädel schwappt.

Am besten ist natürlich die Bemerkung über Bach. Auch so ein Aufklärer, anscheinend.

Jake Gittes
00
24.4.2011, 10:15

Nix verstehn?

Quintus Beckloeffel
53
23.4.2011, 08:34

Die Attitüde der Aufklärer lebt von der Anmaßung, es besser zu wissen. Und wie soll diese vor denjenigen gerechtfertigt werden, die es nicht besser wissen, die also insbesondere nicht besser wissen, wer es besser weiß?

pike bishop
25
23.4.2011, 14:24

1. "All dies ist da präsent, wo ein Kruzifix hängt."

leider ist es dann auch gerade dort passiert, wo kein Kruzifix mehr hängt.

2. Der universale Anspruch der Aufklärung war zu Leuten, die diesen Anspruch nicht anerkennen wollten, oft sehr unnett. So konnte man gleich den "rückständigen" Teil der Welt, mit einer aufgeklärten Kolonialherrschaft beglücken. Es gab viele Tote und viel Leid - Schwamm drüber.

3. Unser Anspruch, den richtgen Weg zu kennen, ist weiter aufrecht. Manm uss ja nur das Standardforum lesen. Mit welcher Giftigkeit, ja Hass alles kommentiert wird, was mit Religion, besonders mit Islam zu tun hat.

Aktuelles Wetter in Eisenstadt
14
23.4.2011, 11:36

Sie selbst hätten gut daran getan, vor Betätigung der "posten"-Schaltfläche zu erkennen, wie wenig Sie vor allem selbst wissen.

Das Grundmotiv der Aufklärung war/ist gerade der Kampf gegen angemaßte Autoritäten bzw. die Prämisse und Forderung, dass alles relevante Wissen von jedem gleichermaßen einzusehen und zu verstehen sein muss.

Kommentar posten
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