Die Brille für Management der Vielfalt

22. April 2011, 17:05
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Wie Diversität nicht als Erschwernis, sondern als Mittel zur Erreichung der Unternehmensziele wirksam gemacht werden kann, zeigt das "Praxisbuch"

Was uns besser gefiele, fragt Herausgeber Norbert Pauser in seinem Einführungskapitel: "Gleich und gleich gesellt sich gern" oder "Gegensätze ziehen sich an". Die Erlösung: Im Diversity-Management muss man sich nicht entscheiden. Man handelt adäquat in der jeweiligen Situation. Allerdings auf der Grundlage des Managementansatzes: Größtmögliche Vielfalt ist nicht ein Ziel an sich, sondern hat den Zweck, die Zielerreichung von Unternehmen zu unterstützen.

Konfliktpotenzial

Dass dabei zuallererst ein Hinschauen auf die Diversität in einem selbst nicht nur zweckdienlich, sondern auch notwendig ist, dass sauberes Trennen der verschiedenen Ebenen Erfolgsgrundlage und die Organisation mit einer speziellen "Brille" ist, um Vielfalt beziehungsweise Mangel daran zu erkennen, ist Einführung in das Konzept, das ganzheitlich organisationales Lernen bedeutet.

Lernen etwa, tradierte Machtpositionen und Hegemonie im Unternehmen infrage zu stellen, abzubauen: sehr konfliktträchtig. Durchaus angetan, massive Widerstände zu erzeugen. Wie die Erfolge und Rückschläge in der Praxis heimischer Unternehmen laufen und gelaufen sind, zeigt das Praxisbuch Diversity Management ebenso, wie es Überblick zu begrifflichen und inhaltlichen Entwicklungen des Diversity-Managements bietet. Sichtbar wird schnell, was dieses nicht ist: ein kurzer schicker Hype, ein kleines Förderprogramm (etwa für Frauen und andere Randgruppen).

Schnell stellt sich auch die angenehme Gewissheit ein: Das Buch verspricht nicht den Himmel, es spricht über Möglichkeiten und über Grenzen. Die Autorinnen und Autoren stehen für die Expertise zum Thema in Österreich - Experten für Diversity-Marketing und Diversity-Personalentwicklung konnten nicht gefunden werden. Aber: Auch wenn formale Methoden für die Etablierung von Diversity-Management allen Firmen angeraten werden - dass die Zugänge bunt und in der jeweiligen Geschichte, aus den jeweiligen Bedürfnissen der Organisationen sehr bunt sind, zeigt sich. Diversity-Management ist kein Excel-Sheet. Und kein Konzept à la "Alle haben einander lieb". (kbau, DER STANDARD, Printausgabe, 23./24./25.4.2011)

Buchtipp

Norbert Pauser & Manfred Wondrak (Hg.): "Praxisbuch Diversity Management", Facultas Verlag 2011, ISBN 978-3-7089-0679-9

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