Milan auf Meister- und Sparkurs

22. April 2011, 14:21
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Verschuldete Rossoneri gastieren in Brescia und planen Kürzung von Spielergehälter - Inter empfängt im Schlager der Runde Lazio

Rom - Der AC Milan eilt dem ersten Meistertitel seit 2004 entgegen. Die Rossoneri haben fünf Runden vor Schluss sechs Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger Napoli. Am  34. Spieltag gastiert Milan beim abstiegsbedrohten Brescia, Zlatan Ibrahimovic (gesperrt), Alexandre Pato (verletzt) und Filippo Inzaghi (rekonvaleszent) werden die Reise nicht mitmachen. Milan fährt übrigens aufgrund des zu erwartenden Osterverkehrs Bahn.

Mit Antonio Cassano und Robinho hat Milan aber zwei weitere namhafte Offensivasse im Ärmel. Tormann Christian Abbiati kann es kaum erwarten, Serienchampion Inter als Champion abzulösen. "Wir haben den Scudetto bereits von den Inter-Trikots heruntergelöst", sagte er. "Jetzt nehmen wir die Nadel und nähen ihn auf unsere Shirts", sagte Abiati. 

Alles ist jedoch nicht eitel Wonne beim 17-maligen Meister. Am Donnerstag wurde bekannt, dass Milan ein strikter Sparkurs verordnet und die Spielergehälter gekürzt werden. Diese verschlingen 85 Prozent des Umsatzes. Der Beschluss wurde vom Aufsichtsrat gefasst, der wegen der wachsenden Verschuldung des Vereins besorgt ist.

Milan erwirtschafte im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von 70 Millionen Euro. Der Schuldenstand soll aktuell bei 400 Millionen Euro liegen. Die Spielergehälter verschlingen 85 Prozent des Milan-Umsatzes. "Wir werden allerdings keinen Star verkaufen", sagte Geschäftsführer Adriano Galliani. Wegen des strengen Sparkurses könnte der Traum von Klubbesitzer Silvio Berlusconi platzen, in der nächsten Saison Cristiano Ronaldo von Real Madrid zu verpflichten. "Träume sind immer erlaubt, und manchmal werden sie wahr. Wenn wir den nächsten Meisterschaftstitel gewinnen, werden wir ein oder zwei Topspieler unter Vertrag nehmen. Wenn sich Ronaldo unserem Kader anschließen würde, wäre das für jeden eine Freude", hatte der italienische Ministerpräsident gesagt.

Milan-Verfolger Napoli gastiert im Südderby bei Palermo. Inter hat sich mit der 0:2-Niederlage in Parma nicht nur aus dem Titelrennen verabschiedet, die Mailänder haben sich auch Probleme im Kampf um die direkte Qualifikation für die Champions League aufgehalst. Als Tabellendritter beträgt der Vorsprung auf Lazio nur noch drei Punkte, und am Samstag kommen die Römer ins San Siro. Kapitän Javier Zanetti stärkt dem in der Kritik stehenden Trainer Leonardo vor der wichtigen Partie den Rücken: "Er macht einen großartigen Job."

Neben Inter und Lazio darf sich auch noch Udinese (daheim gegen Parma) Hoffnungen auf Platz drei machen. (sid/APA/AFP/Reuters/red)

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