Sonder-Papa-Urlaub bei Microsoft

22. April 2011, 17:08
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"Familie ist uns wichtig", sagt Sandra Micko, seit 2005 HR-Managerin bei Microsoft Österreich

STANDARD: Bei Microsoft Österreich gibt es seit kurzem zwei Wochen Sonder-Papa-Urlaub. Warum?

Micko: Dieser Benefit steht vor dem Hintergrund unserer zahlreichen Initiativen zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wir haben dafür ein umfassendes Tool ins Intranet gestellt, das sowohl den Mitarbeitern - Männern wie Frauen - als auch dem Management alle zweckdienlichen Informationen gebündelt zur Verfügung stellt. Und trotzdem ist Vereinbarkeit vorwiegend ein Frauenthema, was auch mit den gesellschaftlichen Strukturen in Österreich zu tun hat. Wir wollen uns damit nicht zufrieden geben.

STANDARD: Sie setzen ein Zeichen ...

Micko: Wir senden damit ein klares Signal. Und auch wenn es nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, möchten wir mit dieser Initiative zeigen, dass uns Familie wichtig ist, Väter Anteil daran haben und letztlich vielleicht motiviert werden, über ein individuelles Betreuungsmodell nachzudenken.

STANDARD: Nehmen sich Neo-Väter nicht so oder so Urlaub?

Micko: Unsere Mitarbeiter haben bisher zwei bis vier Wochen Urlaub genommen, wenn sie Familienzuwachs bekommen haben. Wenn aber z. B. drei von fünf Wochen Regelurlaub weg sind, dann bleibt nicht mehr viel Zeit für die Familie. Und: Wenn Sie sich den Kollektivvertrag für den Handel, in den wir großteils reinfallen, anschauen, sieht der für einen Umzug zwei und für die Geburt eines Kindes einen Tag Sonderurlaub vor. Das ist doch nicht stimmig.

STANDARD: Wie war das Feedback?

Micko: Extrem positiv. Eine Stunde nach dem Announcement war meine Mailbox voll mit euphorischen Reaktionen. (Heidi Aichinger, DER STANDARD, Printausgabe, 23./24./25.4.2011)

  • Sandra Micko.
    foto: standard

    Sandra Micko.

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