Warum manche erfolgreicher sind

22. April 2011, 17:04
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Was macht ein Unternehmen erfolgreicher als andere? Eine aktuelle Untersuchung der Sozietät Lambert Eversheds weist in diesem Zusammenhang auch auf die Zusammenstellung von Aufsichtsräten hin

Es ist ein Blick in die Vorstands- und Aufsichtsratsebenen international tätiger Unternehmen. Eine aktuell von der Rechtsanwaltssozietät Lambert Eversheds veröffentlichte Studie geht den möglichen Erfolgsgeheimnissen nach, die sich aus der Rolle, der Zusammenstellung und Effektivität von Aufsichtsräten ergeben können. Dazu wurden zum einen die Entwicklungen der Aktienkurse von 241 Unternehmen - mit Sitzen in Europa, den USA und Asien - beobachtet und andererseits 50 Tiefeninterviews mit ausgewählten Direktoren aus oben angeführten 241 Unternehmen geführt.

Die Mischung aus objektiver Datenlage und subjektiven Bewertungen soll, so die Studienautoren, zur Diskussion zum Thema Zusammenstellung, Rolle und Effektivität der Arbeit in Aufsichtsräten beitragen - besonders für die Zeit nach der viel zitierten Wirtschaftskrise.

Durchmischung

Grundsätzlich, so die Studienautoren, haben im Zuge der Wirtschaftskrise 156 von den insgesamt 241 beobachteten Unternehmen einen Kursverlust erlitten - durchschnittlich waren es neun Prozent. Wobei kontinentaleuropäische Unternehmen mit durchschnittlichen 29 Prozent den größten Kursverlust erlitten haben, so die Untersuchung weiter. Besonders betroffen waren bekanntermaßen der Finanz- und Bankensektor. Die durchschnittlichen Aufsichtsratshonorare sanken von insgesamt 16 Millionen Euro auf 11,5 Millionen jährlich. Besser ging es den Aufsichtsräten in der Pharma- und Technologiebranche, wo die Honorare deutlich gestiegen sein sollen.

Deutlich ersichtlich war, so die Studienautoren, dass die erfolgreichsten Unternehmen weniger Aufsichtsräte zählen, einen höheren Frauenanteil aufzuweisen haben und die Aufsichtsratsmitglieder in weniger anderen Unternehmen Aufsichtsratsmandate innehatten.

Eine höhere Konzentration auf die jeweiligen Kernbereiche, ein verbessertes Management des Vorsitzes, kürzere Entscheidungsprozesse und eine höhere Dynamik zwischen den Ratsmitgliedern wurden von den Befragten als vorteilhaft dargestellt. Als ideale Anzahl an Mitgliedern wurde "elf" ermittelt. Der Schnitt lag bei den untersuchten Unternehmen bei 13 Aufsichtsräten.

Von den als "ideal" dargestellten elf Mitgliedern sollten laut Befragten zumindest zwei weiblich sein - Tendenz steigend. Wobei in den USA und in Großbritannien mehr Offenheit gegenüber Frauen in Aufsichtsratspositionen gelebt werde als etwa in Zentraleuropa, heißt es.

Rund 55 Prozent der Befragten sehen eine positive Auswirkung auf den Unternehmenserfolg über eine gesetzlich geregelt Frauenquote. Die Hälfte aller Befragten würden gezielte Schritte zur Erhöhung des Frauenanteils im Aufsichtsrat des jeweiligen Unternehmens setzen wollen. (haa, DER STANDARD, Printausgabe, 23./24./25.4.2011)

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