Bünker spricht sich für Minarette und Feiertag für Muslime aus

  • Gesetzlicher Feiertag für Muslime? "Natürlich."
    apa-foto: georg hochmuth

    Gesetzlicher Feiertag für Muslime? "Natürlich."

Evangelischer Bischof: Integrationsstaatssekretariat am "falschen Ort"

Wien - Der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker kann sich einen gesetzlichen Feiertag für Muslime vorstellen, wie er am Karfreitag - einem gesetzlichen Feiertag u.a. für evangelische Christen - im Ö1-"Mittagsjournal" erklärte. Auch müsse es selbstverständlich sein, dass Moscheen mit Minaretten gebaut werden, bekräftigte er. Das neue Integrationsstaatssekretariat begrüßte der Bischof grundsätzlich, wobei es aber im Innenministerium falsch angesiedelt sei.

Gefragt nach einem gesetzlichen Feiertag für Muslime in Österreich verwies Bünker auf die Geschichte seiner Religionsgemeinschaft. Erst 1961 habe man volle Gleichberechtigung bekommen, man müsse in Österreich offensichtlich Geduld haben für volle Freiheitsrechte. Aus der Erfahrung mit dem Kirchturmverbot im 19. Jahrhundert verstehe die evangelische Kirche, dass es selbstverständlich sein müsse, wenn die Islamische Glaubensgemeinschaft Moscheen mit Minaretten baut, das sei ein Ausdruck der Religionsfreiheit. Auch einmal ein gesetzlicher Feiertag? "Natürlich", meinte der Bischof.

Dass es nun in Österreich ein Integrationsstaatssekretariat gibt, sei ein "gutes Zeichen". Die Frage der Integration sei aber eine Querschnittsmaterie - eine Bildungsfrage, aber auch eine soziale und wirtschaftliche Frage. Deshalb sei das Innenministerium "der falsche Ort" für das Staatssekretariat. Der Bischof könnte sich vorstellen, die Integrationsagenden ins Wirtschaftsministerium zu verlegen, vielleicht auch kombiniert mit Familienfragen. Zu Staatssekretär Sebastian Kurz (V) wollte sich Bünker nicht äußern, nur so viel: Jeder verdiene Grundvertrauen und er wünsche ihm alles Gute. (APA)

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