Österreich von großem Masern-Ausbruch nicht betroffen

22. April 2011, 13:36
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6.500 Menschen in 33 europäischen Ländern erkrankten in den vergangenen Monaten - Bisher zwölf Fälle in Österreich

Wien - Österreich ist von dem großen Masern-Ausbruch in Europa derzeit nicht betroffen. Laut Gesundheitsministerium wurden in diesem Jahr bisher zwölf Fälle registriert, was der normalen Situation entspricht. Zum Vergleich: 2008 kam es ausgehend von einer Schule mit ungeimpften Kindern zu einer Epidemie mit 400 Fällen. 2009 hat es in Österreich laut dem Grünen Kreuz insgesamt 52 Maserninfektionen gegeben.

Einige Ansteckungen von Österreichern erfolgten heuer in bzw. durch einen Bezug zu Frankreich, dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) drei Viertel des in den vergangenen Monaten bemerkten Anstiegs auf 6.500 Erkrankte in 33 Ländern zugeordnet hatte. Auch in Spanien und der Schweiz gibt es mehr Fälle als sonst üblich (derStandard.at berichtete).

Impfversäumnis

Die WHO macht für den Masern-Ausbruch versäumte Impfungen verantwortlich. In Österreich gibt es diesbezüglich keine Probleme. 85 Prozent der Bevölkerung haben laut dem Gesundheitsministerium alle beiden Teilimpfungen, 95 Prozent zumindest die erste Grund-Immunisierung erhalten. Eine gewisse Impflücke bestehe lediglich bei den 20- bis 30-Jährigen, da in deren Kindheit keine sehr gute Vakzine zur Verfügungen gestanden habe. Eine Impfaktionen für diese Altersgruppe werde derzeit geplant, sei aber nicht auf den Anstieg der Erkrankungen in Europa bezogen, erklärte Gesundheitsministeriumssprecher Thomas Kvicala.

Aufgrund der vermehrten Ansteckungen in Europa werde die Situation in Österreich genau beobachtet, betonte Kvicala. Das gelte besonders für Südtirol, wo es eine Zunahme an Fällen in Grenznähe gebe. "Wir haben genug Impfstoff auf Lager, um in Tirol eine Abriegelungs-Impfaktion zu starten", erklärte der Sprecher. Falls dies nötig werde, würde man über Arztpraxen, Kindergärten und Schulen jene nachimpfen, die keine Immunisierung hätten, um eine Ausbreitung in Österreich zu verhindern.

Europäische Impfwoche

Von Samstag bis 30. April findet zum siebenten Mal die Europäische Impfwoche der WHO statt, die unter dem Motto "Gemeinsame Lösungen für geteilte Probleme" auf den Schutz stark gefährdeter Gruppen aufmerksamen machen will. In der europäischen Region wurde die Zahl der Masernfälle im vergangenen Jahrzehnt durch Impfprogramme um 90 Prozent reduziert, so das Österreichische Grüne Kreuz, durch das Österreich erstmals vertreten ist. (APA)

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