Chinesische Stromschläge

22. April 2011, 16:46
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VW will mit BYD am chinesischen Markt in Sachen Elektroantrieb kooperieren, Daimler auch auch schon die Finger im Spiel

Um es flapsig zu sagen: So viel Know-how können die Chinesen gar nicht fladern, wie sie bräuchten, um ihren Rückstand in Sachen Verbrennungsmotor noch aufzuholen, selbst das ganze benzin- oder dieselbetriebene Vehikel scheint für die aufkeimenden Wettbewerber aus Fernost eher ein Mysterium als etwas, woran man sich noch abarbeiten möchte, bevor das Erdöl sowieso zu Ende geht.

So könnte nun das Thema Elektroauto zum zentralen Punkt einer Verschmelzung globaler Interessen werden und im günstigsten Fall sogar friedenstiftende Dimensionen erlangen. Ohne Kooperationen mit den Chinesen wird es aber nicht gehen, weil dies natürlich auch die Chinesen verlangen, wenn man ihren Markt erschließen will. Während der wichtigste chinesische Autohersteller BYD beschlossen hat, bis 2025 größter Autobauer der Welt werden zu wollen und unter anderem neun Millionen Elektroautos jährlich zu bauen, meldet auch VW Ambitionen in die gleiche Richtung: Weltmarktführer bei konventionellen wie auch bei Elektroautos, und zwar schon 2018.

Das geht auch wiederum nicht ohne den chinesischen Markt, wo VW mit BYD elektroautotechnisch kooperieren will, aber auch Daimler schon die Finger im Spiel hat. Was bei aller Elektroauto-Euphorie aber nicht übersehen werden darf: Beim chinesischen Kraftwerksmix mit überwiegend Kohlekraftwerken kommt ein Elektroauto auf einen CO2-Ausstoß von 180 g/km, also ungefähr auf das Doppelte eines sparsamen europäischen Diesel-Pkws. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/22.04.2011)

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