Autopsie-Fotos im Prozess gegen Jacksons Arzt erlaubt

22. April 2011, 06:42
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Richter wies Einwand der Verteidigung zurück

Los Angeles - Im Prozess gegen Michael Jacksons Leibarzt Conrad Murray kann die Anklage Fotos von der Autopsie des King of Pop verwenden. Richter Michael Pastor wies am Donnerstag den Einwand der Verteidigung zurück, die Aufnahmen seien "drastisch und grauenvoll" und könnten deshalb die Geschworenen von vornherein gegen Murray einnehmen. Sie seien weder "grauenhaft" noch "skandalös", erklärte der Richter. Auch gegen die Verwendung von Videos der letzten Konzertproben des King of Pop hatte Pastor nichts einzuwenden.

Mit den Fotos und Videos will die Anklage die Theorie der Verteidigung widerlegen, wonach Jackson sich nur wenige Stunden nach Entstehen des letzten Films das Leben genommen habe. Die Videos zeigen laut Staatsanwaltschaft, dass der Star bei den Proben "aktiv und voller Energie" gewesen sei. Auch die Fotos sollen ihre Aussage untermauern, dass er vor seinem Tod zwar dünn, aber gesund gewesen sei.

Tod mit 50

Michael Jackson war im Juni 2009 im Alter von 50 Jahren gestorben. Die Staatsanwaltschaft wirft Murray vor, seinem Patienten das starke Narkosemittel Propofol gegeben und dann den Raum verlassen zu haben. Murray bestreitet nicht, das Mittel verabreicht zu haben, besteht aber darauf, dass dies auf Wunsch des Musikers geschehen sei und die Menge nicht zum Tod hätte führen können.

Die Verteidigung argumentiert, Jackson sei völlig erschöpft und wegen seiner enormen Schulden verzweifelt gewesen und habe womöglich selbst eine Extradosis Propofol genommen, um seinem Leben ein Ende zu setzen. Der Prozess gegen Murray wegen fahrlässiger Tötung beginnt am 9. Mai. Im Falle eines Schuldspruchs drohen ihm bis zu vier Jahre Haft. (APA)

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