USA setzen bewaffnete Drohnen ein

22. April 2011, 11:24
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Erste Angriffsflüge wegen schlechten Wetters abgebrochen - US-Senator McCain in Bengasi

Washington - Die USA setzen ab sofort bewaffnete Drohnen in Libyen ein. US-Präsident Barack Obama habe die Nutzung in dem Konflikt genehmigt, sagte Verteidigungsminister Robert Gates am Donnerstag in Washington. Der Vize-Vorsitzende des Generalstabs, James Cartwright, erklärte, die ersten beiden "Predator"-Maschinen seien am Donnerstag nach Libyen aufgebrochen, hätten jedoch wegen schlechten Wetters umkehren müssen.

Insgesamt könnten bis zu zwei Drohnen gleichzeitig im Einsatz sein. Sie sollen besonders in besiedelten Gebieten helfen, da sie mögliche Kollateralschäden minimierten, sagte Cartwright. "Sie haben die Möglichkeit, tiefer zu fliegen, deshalb könne sie eine bessere Sicht auf bestimmte Ziele bekommen."

Gates sprach von einem "bescheidenen Beitrag" der USA für die NATO-Truppen. Er sei wegen der humanitären Situation in Libyen notwendig geworden. Es ändere sich aber nichts an der Maßgabe des Präsidenten, keine US-Bodentruppen in Libyen einzusetzen, sagte Gates.

Die Aufständischen haben den Einsatz von US-Drohnen im Kampf gegen Machthaber Muammar al-Gaddafi begrüßt. "Es gibt keinen Zweifel, dass sie beim Schutz von Zivilisten helfen werden", sagte ein Sprecher am Donnerstag dem Sender Al-Jazeera.

McCain in Bengasi

Derweil ist US-Senator John McCain am Freitag zu einem Besuch in der libyschen Rebellenhochburg Bengasi eingetroffen. Der frühere republikanische Präsidentschaftskandidat fuhr in einem Wagenkonvoi in das Zentrum der ostlibyschen Stadt. Dutzende Menschen empfingen ihn dort mit Rufen wie "Freiheit für Libyen, Gaddafi muss weg" und "Danke Amerika, danke Obama". McCain sollte Vertreter des Nationalen Übergangsrats der Aufständischen treffen, der in Bengasi seinen Sitz hat.

Unterdessen berichtete das libysche Staatsfernsehen von einem erneuten NATO-Bombardement in Sirte (Surt) - der Heimatstadt des Machthabers Muammar al-Gaddafi, bei dem neun Menschen ums Leben kamen. Nach Angaben der staatlichen Zeitung "Al-Jamahiriya" handelt es sich dabei um Angestellte des staatlichen Wasserversorgungswerkes. (APA)

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