Israel warnt Initiatoren vor zweiter Gaza-Flotille

21. April 2011, 19:33
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Konvoi mit 15 Schiffen angekündigt - UN-Botschafter warnt vor Waffenschmuggel

New York - Knapp ein Jahr nach dem tödlichen Militäreinsatz mit der sogenannten Gaza-Hilfsflotille hat Israel die Initiatoren eines neuerlichen Schiffskonvois gewarnt. "Israel ist nicht an einer Konfrontation interessiert. Aber wir werden unsere Seeblockade gegen den Gazastreifen durchsetzen, weil wir den Schmuggel von Waffen verhindern müssen", sagte UN-Botschafter Meron Reuben am Donnerstag im UN-Sicherheitsrat in New York.

Für die zweite Maihälfte ist ein neuer Konvoi angekündigt, diesmal mit 15 statt sechs Schiffen. Auch Deutschland zeigte sich "besorgt". "Eine neue Flotille hat das Potenzial zu einer Verschärfung der Situation", sagte Berlins UN-Botschafter Peter Wittig.

"Genügend Wege, Hilfsgüter in Gazastreifen zu schaffen"

"Es gibt genug Wege, Hilfsgüter über Land in den Gazastreifen zu schaffen, die Vereinten Nationen und andere nutzen sie jeden Tag", erklärte Reuben. "Diese Flotille ist eine reine Provokation und hat keinerlei humanitäre Gründe." Es sei erwiesen, dass die Hamas und andere terroristische Gruppen an der Aktion beteiligt seien.

Am 31. Mai vorigen Jahres hatte eine Gruppe vor allem aus der Türkei stammender Aktivisten versucht, die israelische Seeblockade vor Gaza zu durchbrechen. Bei einer israelischen Kommandoaktion an Bord des Blockadebrechers "Mavi Marmara" waren neun Menschen getötet worden. Nach der weltweiten Kritik hatte Israel erwidert, die Soldaten seien an Bord angegriffen worden und hätten den Schmuggel von Waffen für die Hamas verhindern müssen.

Fast alle 15 Mitglieder des Sicherheitsrates sprachen sich für eine Zwei-Staaten-Lösung aus. "Das ist der einzige Weg zum Frieden", sagte US-Botschafterin Susan Rice. "Die Palästinenser haben das Recht, in einem eigenen Staat ihre eigene Zukunft zu entscheiden. Und Israel hat das Recht, in Frieden mit seinen Nachbarn zu leben."

Israels Botschafter Reuben sagte, dass das mit der Hamas nicht möglich sei, und erinnerte an einen Angriff mit einer Rakete auf einen Schulbus, infolge dessen in der vergangenen Woche, zehn Tage nach dem Anschlag, ein 16 Jahre alter Jugendlicher gestorben war. "Was würden Sie sagen, wenn Ihre Kinder hier in Manhattan und Brooklyn in ihren gelben Schulbussen von einer Panzerabwehrrakete angegriffen würden? Wir aber müssen dieser Gefahr jeden Tag ins Auge sehen." (APA)

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    Die Mavi Marmara im Dezember im Hafen in Istanbul

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