Konvoi mit 15 Schiffen angekündigt - UN-Botschafter warnt vor Waffenschmuggel
New York - Knapp ein Jahr nach dem tödlichen
Militäreinsatz mit der sogenannten Gaza-Hilfsflotille hat Israel die
Initiatoren eines neuerlichen Schiffskonvois gewarnt. "Israel ist
nicht an einer Konfrontation interessiert. Aber wir werden unsere
Seeblockade gegen den Gazastreifen durchsetzen, weil wir den
Schmuggel von Waffen verhindern müssen", sagte UN-Botschafter Meron
Reuben am Donnerstag im UN-Sicherheitsrat in New York.
Für die zweite Maihälfte ist ein neuer Konvoi angekündigt,
diesmal
mit 15 statt sechs Schiffen. Auch Deutschland zeigte sich "besorgt".
"Eine neue Flotille hat das Potenzial zu einer Verschärfung der
Situation", sagte Berlins UN-Botschafter Peter Wittig.
"Genügend Wege, Hilfsgüter in Gazastreifen zu schaffen"
"Es gibt genug Wege, Hilfsgüter über Land in den Gazastreifen
zu
schaffen, die Vereinten Nationen und andere nutzen sie jeden Tag",
erklärte Reuben. "Diese Flotille ist eine reine Provokation und hat
keinerlei humanitäre Gründe." Es sei erwiesen, dass die Hamas und
andere terroristische Gruppen an der Aktion beteiligt seien.
Am 31. Mai vorigen Jahres hatte eine Gruppe vor allem aus der
Türkei stammender Aktivisten versucht, die israelische Seeblockade
vor Gaza zu durchbrechen. Bei einer israelischen Kommandoaktion an
Bord des Blockadebrechers "Mavi Marmara" waren neun Menschen getötet
worden. Nach der weltweiten Kritik hatte Israel erwidert, die
Soldaten seien an Bord angegriffen worden und hätten den Schmuggel
von Waffen für die Hamas verhindern müssen.
Fast alle 15 Mitglieder des Sicherheitsrates sprachen sich für
eine Zwei-Staaten-Lösung aus. "Das ist der einzige Weg zum Frieden",
sagte US-Botschafterin Susan Rice. "Die Palästinenser haben das
Recht, in einem eigenen Staat ihre eigene Zukunft zu entscheiden. Und
Israel hat das Recht, in Frieden mit seinen Nachbarn zu leben."
Israels Botschafter Reuben sagte, dass das mit der Hamas nicht
möglich sei, und erinnerte an einen Angriff mit einer Rakete auf
einen Schulbus, infolge dessen in der vergangenen Woche, zehn Tage
nach dem Anschlag, ein 16 Jahre alter Jugendlicher gestorben war.
"Was würden Sie sagen, wenn Ihre Kinder hier in Manhattan und
Brooklyn in ihren gelben Schulbussen von einer Panzerabwehrrakete
angegriffen würden? Wir aber müssen dieser Gefahr jeden Tag ins Auge
sehen." (APA)