Abgang auf vier Tatzen

21. April 2011, 18:52
  • In den 1990er Jahren lebten bis zu zwölf Braunbären in Österreich. Heute womöglich keiner mehr.
    foto: dpa

    In den 1990er Jahren lebten bis zu zwölf Braunbären in Österreich. Heute womöglich keiner mehr.

Kein Lebenszeichen von "Moritz": Der letzte Braunbär Österreichs ist verschwunden

Linz - Georg Rauer hat wohl schone ruhigere Osterfeiertage verbracht. Der Bärenanwalt vermisst nämlich seit geraumer Zeit seinen Schützling. Ötscher-Bär "Moritz" ist verschwunden. Der letzte Braunbär (Ursus arctos) Österreichs ist nach seiner Winterruhe noch nicht gesichtet worden. "Was ungewöhnlich ist. Normalerweise haben wir um diese Jahreszeit schon mehrere Meldungen, dass Moritz irgendwo konkrete Spuren hinterlassen hat", zeigt sich Rauer im Gespräch mit dem Standard besorgt. Und wenn es das zehnjährige Raubtier in seiner Höhle einfach bärig findet und schlicht verschlafen hat? Rauer: "Nein, ein Bär ist um diese Jahreszeit sicher wach. Und hat normalerweise ordentlich Hunger."

Doch die sonst so beliebten Futterstellen hat Moritz bis dato nicht aufgesucht. "Auch das macht mich stutzig. Er kennt diese Stellen und weiß, dass es dort immer Futter gibt", wundert sich Rauer.

Und doch gibt es einen Hinweis, der aktuell im Labor untersucht wird. Rauer: "An einem Baum im Mariazeller Land, an dem sich Moritz bevorzugt reibt, haben wir Bärenhaare gefunden. Möglich ist aber natürlich, dass sie noch aus dem Vorjahr stammen."

Männliche Wanderlust

Doch vielleicht ist dem Einzelgänger einfach die Unternehmungslust unter den Pelz gefahren. Legen doch vor allem männlich Braunbären nach der Geschlechtsreife oft weite Strecken zurück - in Skandinavien durchschnittlich 120 Kilometer, in Einzelfällen bis zu 500 Kilometer.

"Doch gerade wenn Moritz herumzieht, hinterlässt er oft deutlich Spuren", bleibt der Bärenanwalt skeptisch. Fakt ist: Sollte Moritz tot sein, ist der Braunbär in Österreich zum zweiten Mal ausgestorben. Bereits im 19. Jahrhundert waren die Braunbären schon einmal ausgerottet. Nach einem Wiederansiedlungsprojekt konnten in den 1990er Jahren dann bis zu zwölf Bären gleichzeitig nachgewiesen werden. 2009 gab es mit dem 20-jährigen "Djuro" und dessen damals achtjährigem Sohn "Moritz" nur mehr zwei männliche Braunbären im gesamten Gebiet der Zentralalpen.

Georg Rauer ist daher Realist: "Der Braunbär ist ein Auslaufmodell in Österreich. Es gibt keine Wiederansiedlungsprojekte." Möglich wäre natürlich auch, dass "Moritz" der Liebesfrust aus den heimischen Wäldern vertrieben hat. 2008 wurden dem Salzkammergut-Single drei slowenische Bärendamen versprochen. Die Politik ist bis heute säumig. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD, Printausgabe, 22.4.2011)

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wir sind schuld, wir haben moritz nicht beizeiten gesagt, dass er die grenze nach bayern meiden soll.

der hat sich

sicher zum trocknen an eine Wand gehängt...

Problemjäger?

der ist sicher auch nach london gelatscht zur hochzeit vom williprinz.

Vielleicht traut sich da einmal ein Seitenblicke-Journalist

dem Herrn Landesjägermeister Konrad vor laufender Kamera die investigative Frage zu stellen, wie er das sieht? Fürn Stephansdom charityfressen oder nach Mariazell wandern ist natürlich vergleichsweise weniger konfliktträchtig als für das Bärenprojekt einzutreten.
(Naja, hoffen wird man ja noch dürfen?)

Österreich ist eben nicht Canada.

Das sollte man wissen.

Recht so - aus diesem bärenfeindlichen Land hätte ich mich auch abgesetzt, wäre ich Moritz. Hoffentlich lebt er jetzt glücklich in einer geheimen Bärenkommune und nascht jeden Tag Honig.

na super.

der bär war ein irrsinnig starkes symbol für eine ursprüngliche natur und damit ein zeichen (v.a. für die jüngere generation), dass der mensch und seine bedürfnisse nicht das einzig wichtige sind - dies für die komiker, welche "kulturlandschaften" als das nonplusultra sehen.
dass der abgang der bären nicht natürlich ist wird jedem klar der mit ortsansässigen spricht. demgegenüber steht natürlich, dass österreich sehr stark zersiedelt ist und deshalb für eine größere bärenpopulation nicht extrem geeignet ist. andererseits kam es mit den bis zu 35 ötscherbären aber nie zu zwischenfällen ...
ich finde es jedenfalls sehr schade. bin oft in der gegend, habe aber ausser frischen bärenspuren leider keine nähere begegnung gehabt.

die 35 ötscherbaren hat's halt leider nie gegeben.
die zahl entsprang mehrfachzählungen und wunschdenke

Mehrfachzählungen

Und woher wissen Sie das so genau? Meines Wissens wurden die Ausscheidungen der Tiere genau analysiert. Einige waren besendert; konnten also gar nicht mehrfach gezählt werden.

vielleicht mal bei ein paar präparatoren nachfragen .....

Das nächste Mordopfer also.

Mehr braucht man über eine Art nicht zu wissen, als dass sie LustmörderInnen gewähren lässt anstatt diese in eine geschlossene, psychiatrische Anstalt sicherheits-zu-verwahren.

Mordopfer???

Ich bin ja alles andere als eine Freundin der Jagd, aber einen erschossenen Bären als Mordopfer zu bezeichnen ist schon etwas daneben.

Was sind dann die Tiere, die dieser Bär zerfleischt? Sind das auch Mordopfer oder bloß Futter auf vier Beinen? Glauben Sie dass denen nichts weh tut wenn sie zerfleischt werden?

aha, ein tier absichtlich nur so aus lust zu töten fällt bei ihnen nicht in die abteilung "mord"? dann ist ihre tierliebe nichts anderes als heuchelei.

Sind Sie wirklich so mhm.
Ein Tier, das ein anderes Tier reißt, um sich zu ernähren, handelt artgerecht.
Ein Wilderer, der ein unter Artenschutz stehendes Ties mit einer FLinte abknallt, um sich eine Trophäe ins Wohnzimmer zu stellen, gehört bestraft.

Das ist ganz einfach, wenn man die Schädelfüllung für das benutzt, wofür sie vorgesehen ist: zum Denken!

1.Der Unterschied

zwischen tötem um zu überleben und töten aus Lust - was qualifizierter Mord genannt wird - ist dir offenbar unbekannt.

2. "daneben" sind Individuen wie du, die sich widerwärtigerweise anmassen darüber zu bestimmen, wer leben "darf" und wer nicht

3. Auc Bären waren immer - auch - hier heimisch, ihr Lebensrecht ist um nichts geringer als deines.

Over and out.

"Mord" kann nur an einem Menschen verübt werden

Auch wenn es verabscheungswürdig ist, ein Tier aus Lust zu Töten, gibt es für mich einen absoluten, qualitativen Unterschied zwischen Tier und Mensch. Ich würde keinen Menschen essen, genieße aber oft und gerne das Fleisch von Tieren. "Lecker totes Tier vom Grill!" :-)

schon schlimm, die natur, gell? wieviel schöner ist da eine eingezäunte wiese, auf der friedlich schnupperhäschen umher hoppeln.

ich darf davon ausgehen, dass sie ausschließlich vegan leben und keinerlei tierische produkte bzw produkte, bei denen tiere zu schaden kommen (stichwort tierversuche), verwenden?

Sie finden das Plündern von Bienenstöcken und das bestialische Reißen von Schafen in Ordnung? Ich muss schon sagen, im Zweifelsfalle gehen die Interessen des Menschen vor. Ein ausgestopfter Bär ist mir lieber, als einer, der Schaden anrichtet und die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt. Seien wir froh, dass die Landbevölkerung endlich wieder in Ruhe leben kann und sich nicht von dekadenten Städtern vorschreiben lassen muss, was in den Forsten zu kreuchen hat. Ich finde es auch nicht tierlieb, wenn Rinder nicht mehr auf die Weide dürfen, weil dort der Bär droht. Kinder dürfen wieder in den Wald. Dank den Jägern!

Sie finden das Plündern von Bienenstöcken und das bestialische Reißen von Schafen in Ordnung?

Sie argumentieren bei einem Wildtier mit auf sich Menschen beziehenden Begriffen wie "bestialisch" und "plündern"??

Wieviele Kinder wurden in Europa in den letzten Jahrhunderten nochmal Opfer von Bärenangriffen??

Wieviele Bären reißen Rinder??

Stimmt, wenn Jäger im Wald unterwegs sind, würde ich meine Kinder dort auch nicht hinlassen.

Der Problembär

In D stellte sich die Frage des Wiederaussterbens gar nicht, da man irrsinnig rasch reagierte:
http://www.youtube.com/watch?v=tmJb3qMyMu8

"Bestialisches Reißen von Schafen"

Dass ich nicht lache. Welches Raubtier reißt seine Beute nicht bestialisch? Würd ich gern wissen...
Moritz hat niemals die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt, die Bevölkerung hat in Ruhe gelebt. Hin und wieder hat man Spuren gefunden, und einmal hab ich einen Förster getroffen, der ihn mal im Gebirge gesehen hat. Na und?
Was Moritz gerissen hat, war Rotwild in den steirischen Wintergattern im Salzkammergut. Dass ein Wildtier Wildtiere reißt find ich persönlich jetzt nicht bestialisch, sondern schlicht und einfach natürlich. Dass manche Jäger das Wild im Winter in Gattern haben wollen ist sehr zu hinterfragen.
Sie scheinen von Wildtieren nicht die geringste Ahnung zu haben.

Es mag natürlich sein, wenn ein Raubtier Wild "reißt", mir tun die Tiere trotzdem leid, die da sehr leidvoll zu Tode kommen, vor allem, weil es eben nicht "natürlich" ist, künstlich Raubtiere anzusiedeln.

Also lieber alle fleischfressenden Tiere töten? Auch den Menschen? Und was am Braunbären ist "künstlich angesiedelt"? Sie wissen schon, dass der Braunbär in unseren Breiten heimisch ist?

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