Thomas Ridder geht zu Reno

21. April 2011, 17:05
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Deutscher Schuhriese holt früheren Humanic-Chef

Wien - Er gab im österreichischen Schuhhandel über Jahre das Tempo vor - bis es zu harten Konflikten mit dem Mehrheitseigentümer der Leder & Schuh AG mit Marken wie Humanic kam und er den Grazer Konzern verlassen musste. Genau fünf Jahre später, nach einem Intermezzo in der Führung von Peek & Cloppenburg, kehrt er nun in die angestammte Branche zurück.

Thomas Ridder wird mit 1. Mai Geschäftsführer von Reno, einem der stärksten Rivalen von Leder & Schuh, an der er als einziges Nicht-Familien-Mitglied auch beteiligt war. Reno mit Sitz in Osnabrück ist hinter Deichmann Europas zweitgrößter Schuhhändler. Ridder teilt sich die Konzernspitze mit drei weiteren Managern. Wie der Standard erfuhr, obliegt künftig der gesamte Einzelhandel inklusive Einkauf und Expansion seiner Verantwortung.

Reno ist mit 6000 Mitarbeitern und 750 Filialen in 20 Ländern vertreten, verkauft jährlich gut 40 Millionen Paar Schuhe und ist damit auch international in Hypermärkten und Kaufhäuser vertreten. Eigentümer sind Familie Hamm und Siegfried Kaske, Ex-Finanzchef der Metro.

Einheitliche Linien gefragt

Reno gilt als finanzkräftig, ausgestattet mit reichlich Eigenkapital. Strategisch hat der Konzern jedoch manchen Schlingerkurs hinter sich, Experten sahen langfristige Konzepte fehlen - Ridder soll einheitliche Linien reinbringen.

In Österreich baute die Kette die Zahl der Läden innerhalb von vier Jahren von 44 auf gut 90 aus. Doch dann wurde zentralisiert und das Geschäft von Deutschland aus gesteuert, viele Filialen sperrten zu.

Der österreichische Markt zieht immer wieder das Interesse großer Spieler an, es gibt schließlich keinen mit höherer Handelskonzentration: Auf einen Österreicher kommen mittlerweile zwei Quadratmeter an Schuhhandelsfläche, rechnet Branchenobmann Karl Novak vor. Auf ein Rekordjahr 2010 folgten heuer eher holprige Geschäfte. In Bewegung ist der Markt nach wie vor: Stiefelkönig soll bis Jahresende neue Eigentümer finden. Reno galt stets als Interessent.(Verena Kainrath, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 22.4.2011)

  • Ridder soll die Expansion von Reno vorantreiben.
    standard/corn

    Ridder soll die Expansion von Reno vorantreiben.

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