15 Millionen Auslands­griechen sollen helfen

21. April 2011, 16:51
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Griechen-, Iren-, Portugal-Bonds tauchen ab: Umschuldungs­erwartungen für Griechenland reißen andere Anleihen mit

Athen - Im Kampf gegen das Schuldenloch von 340 Mrd. Euro will die griechische Regierung auch reiche Landsleute im Ausland um Geld bitten. Athen plane, sogenannte Diaspora-Anleihen auszugeben, hieß es im Finanzministerium. Diese Anleihen sollten von Griechen gekauft werden, die in erster, zweiter oder sogar dritter Generation vor allem in den USA, in Kanada und Australien, aber auch in der EU lebten. Details wurden zunächst nicht bekannt.

Die Regierung unter Ministerpräsident Giorgos Papandreou wendet sich damit an die schätzungsweise 15 Millionen Auslandsgriechen. Sie plane, deren Patriotismus anzusprechen, sagte ein Kommentator im griechischen Radio am Donnerstag. Die Laufzeit der Anleihe soll nach offiziell nicht bestätigten Informationen fünf und zehn Jahre betragen. Über den Zinssatz gab es zunächst keine Informationen.

Griechen-, Iren-, Portugal-Bonds tauchen ab

Einen massiven weiteren Wertverfall mussten am Donnerstag die kurzfristigen Anleihen der am Euro-Tropf hängenden Staaten Griechenland, Irland und Portugal hinnehmen. Laut Bloomberg müssen für zweijährige griechische Anleihen mittlerweile 23,1 Prozent Zinsen gezahlt werden - rund 600 Basispunkte (sechs Prozentpunkte mehr als vor einer Woche). Laut Reuters rechnen mittlerweile 46 von 55 befragten Volkswirten mit einer sogenannten Restrukturierung der Schulden Griechenlands.

Aber auch die Renditen der anderen hilfsbedürftigen Euroländer schossen am Donnerstag in die Höhe: + 11,9 Prozent auf zweijährige irische Anleihen (11,6 Prozent Sekundärmarktrendite), und + 9,4 Prozent auf portugiesische Anleihen (11,5 Prozent Rendite). Das entspricht einer Zinserhöhung auf portugiesische Anleihen um 240 Basispunkte binnen einer Woche, die irischen kurzfristigen Anleiherenditen erhöhten sich in einer Woche um rund 300 Basispunkte.

Die Renditen entwickeln sich gegenläufig zu den Anleihewerten, eine sinkende Rendite zeigt also den Wertverfall der Schuldverschreibungen auf. (APA/red)

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    Die Regierung in Athen will zur Bewältigung des riesigen Schuldenbergs noch in diesem Jahr im Ausland lebende reiche Griechen "anzapfen".

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