Tipps für gesundes Grillen

25. April 2011, 17:01
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    foto: ap photo/thomas kienzle

Dos und Don'ts des Grillens zum Start in die Grillsaison - derStandard.at hat nachgefragt

Rechtzeitig zum Start der Grillsaison hat derStandard.at Hans-Peter Hutter vom Institut für Umwelthygiene der Medizinuni Wien zu Risiken, Gefahren und zu den Dos und Don'ts des Grillens befragt.

derStandard.at: Der April hat uns viel Sonne, also bestes Grillwetter, beschert. Haben Sie Ihren Griller heuer schon angeworfen?

Hans-Peter Hutter: Nein, ich selbst grille nie. Ich kann es nicht und es ist mir außerdem zu aufwändig. Aber ich nasche gerne mit, wenn gegrillt wird.

derStandard.at: Zum Start der Grillsaison hört und liest man jährlich von den Gefahren des Grillens. Wohlgemeinte Ratschläge oder übertriebene Angstmache?

Hutter: Viele Grillfans sind sich der Gefahren des Grillens nicht bewusst. Dass man die schwarzen, verkohlten Fleischstücke nicht essen soll, ist bekannt, viel weiter reicht das Wissen meistens nicht. Tatsache ist aber, dass es beim Grillen Gefahren gibt. Es geht also nicht um übertriebene Angstmache oder gar um das Verderben des Wohlbefindenszuwachses, den viele beim Grillen haben. Vielmehr soll auf Risiken aufmerksam gemacht und Grillfans dabei geholfen werden, es so zu machen, dass ihre Gesundheit nicht geschädigt wird.

derStandard.at: Worin liegen denn die größten Gefahren?

Hutter: Am gefährlichsten sind die krebserregenden Stoffe, die entstehen können. Der Cocktail, der beim Grillen abgedampft wird, also die Dämpfe, die abrauchen, birgt viele Risiken. Wenn Fett oder Marinade vom Grillgut heruntertropft, bilden sich beispielsweise im aufsteigenden Rauch heterozyklische Amine.

derStandard.at: Wie genau wirken diese Stoffe?

Hutter: Heteozyklische Amine sind dazu imstande, das Gewebe im Dickdarm so zu verändern, dass zunächst Adenome entstehen können. Adenome sind eigentlich gutartige Geschwülste, die sich jedoch in einen bösartigen Krebs umwandeln können. Wenn sie nicht rechtzeitig erkannt werden, können sie im schlimmsten Fall zu Dickdarmkrebs führen.

derStandard.at: Gibt es Studien, die den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von gegrilltem Fleisch und dem Entstehen von Krebs belegen?

Hutter: Ja, dieser Zusammenhang ist ausreichend belegt. So ist beispielsweise die Verbindung zwischen Aminen und dem Entstehen verschiedener Karzinomarten, wie Dickdarm-, Prostata- oder auch Blasenkrebs, nachgewiesen worden. Es ist sehr gut belegt, dass heterozyklische Amine das Risiko, an einer der genannten Krebsarten zu erkranken, erhöhen.

derStandard.at: Kann das Entstehen von heterozyklischen Aminen verhindert werden, wenn man die Grilldauer und die Hitze senkt?

Hutter: Allgemein kann man sagen, dass die Hitze ausschlaggebend ist. Es sollte also nicht zu heiß gegrillt werden. Die Dauer spielt auch eine Rolle: Je länger das Fleisch gegrillt wird, je mehr Fett, Öl oder Marinade auf die Kohle tropfen, desto mehr gefährliche Stoffe bilden sich.

derStandard.at: Wenn etwas in die Glut tropft, entsteht bläulicher Rauch, der polyzyklische Kohlenwasserstoffe (PAK), wie zum Beispiel Benzpyren, enthält. WissenschaftlerInnen haben in der Kruste von Steaks pro Kilogramm Fleisch soviel Benzpyren nachgewiesen wie im Rauch von 600 Zigaretten. Wie kann man das Grillgut vor PAK-haltigem Rauch schützen?

Hutter: Am einfachsten und wirksamsten ist es, das Fleisch auf Alufolie oder auch in Aluminiumschalen zu legen, bevor es auf den Grillrost kommt. So ist es vor den aufsteigenden Dämpfen geschützt.

derStandard.at: Gewarnt wird auch vor Ruß und verbrannten Resten auf dem Grillrost. Wieso sind diese Rückstände gefährlich?

Hutter: Diese Schmutzrückstände sind nichts anderes als Verbrennungsprodukte, die auch Benzpyren enthalten. Dass sie beim Anzünden des Grills verbrannt und so unschädlich gemacht werden, ist zwar ein weit verbreiteter Aberglaube, aber unwahr. Um eine zusätzliche Aufnahme von Benzpyren zu verhindern, muss deshalb der Grillrost gereinigt werden.

derStandard.at: Wie grillt man also so, dass die Entstehung krebserregender und anderer gesundheitsgefährdender Stoffe möglichst vermieden wird?

Hutter: Da gibt es eine Reihe von Tipps. Die Holzkohle muss zuerst durchglühen und sollte nicht mehr rauchen, wenn man das Fleisch, im Idealfall in Aluschalen, darauf stellt. Der Abstand zwischen Glut und Grillrost sollte möglichst hoch sein. Und nicht zuletzt: Je magerer das Fleisch, je weniger Fett, Öl oder Marinade in die Glut tropft, desto besser.

derStandard.at: Es heißt auch, dass bestimmte Gewürze, wie etwa Rosmarin, den Anteil krebserregender Stoffe senken können.

Hutter: Das stimmt. Rosmarin ist reich an natürlichen Antioxidantien und kann den Anteil der heterozyklischen Amine um bis zu 40 Prozent senken. Überhaupt sollte man auch auf das Gemüse achten, weil die darin enthaltenen Antioxidantien bestimmten Schadstoffen entgegen wirken können. Das heißt aber natürlich nicht, dass der Verzehr einer halben Tomate alles andere wettmacht.

derStandard.at: Gibt es bestimmte Fleischsorten, die für das Grillen besser geeignet sind?

Hutter: Absolutes Must-Not ist geräuchertes und gepökeltes Fleisch. Gut eignen sich Süßwasserfische, wie etwa Saiblinge oder Forellen. Wegen der Quecksilberbelastung wird auch von Meeresfischen abgeraten.

derStandard.at: Eine letzte Frage: Ab wann wird Grillen zum Gesundheitsrisiko?

Hutter: Eine heikle und schwierige Frage ... Das hängt von unterschiedlichen Faktoren ab: Welches Fleisch wird verwendet, werden Aluschalen eingesetzt, wird das in-die-Glut-Tropfen vermieden ... Allgemein gesehen sollte man ja nicht mehr als ein- bis zweimal pro Woche Fleisch essen. Das ist auch auf das Grillen zu übertragen. Unter der Voraussetzung, dass mit Vorsicht gegrillt wird. Letzten Endes hält jeder die eigene Risikobilanz in seinen Händen: Wenn ich fettes Fleisch und rauchigen Geschmack liebe und mir der möglichen Gefahren bewusst bin, ist das eine Sache. Blöd ist es aber, wenn man nicht um die Risiken weiß. (Meri Disoski, derStandard.at, 25. April 2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 256
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stormchaser
30
14.5.2012, 18:17
Grillen ist super

Man benötigt beim Grillen ein Vielfaches der Energie die zum normalen Kochen benötigt wird.
Idealer weise grillt man minderwertiges Billigfleisch auf einem Einweggriller.
Was kommt meistens dabei heraus: bis zu Unkenntlichkeit verkohlte Leichenteile.
Von der Geruchsbelästigung der Nachbarn ganz zu schweigen!

jumpingjack flash
03
14.5.2012, 19:05

lebendige tiere grillen ist unfug - denken sie an die lärmbelästigung! und das verbrennende fell stinkt ja noch mehr - ich bin strikt füs vorherige töten, zerteilen und dann "leichenteile" grillen.

marc bygones
01
18.4.2012, 13:38

Indirektes Grillen, wie es die Amis machen siehe z.B: pitboys.com. Da wird das Fleisch nicht direkt über der Kohle, sondern daneben, also indirekt und mit niedriger Temperatur dafür umso länger gegrillt. Bevorzugt wird hier der Kugelgrill und den Deckel zulassen. Unter das Grillgut kann man eine Schale mit Wasser geben. So dürften diese Stoffe ja dann nicht entstehen, weil nix auf die Kohle tropft.

linkslinker gutmensch
01
18.4.2012, 08:39

Am gesündesten ist noch immer Homöopatisches Grillen:

Rindfleisch mit der Grillgabel hochheben, so dass das gute Stück die glühende Kohlen sieht, mit gestrecktem Arm auf die Feuerstelel zeigen und dem Fleisch das bevorstehende Grillen kundtun. Danach ohne Umweg über den Rost auf die Essensteller.

Kan Tau
200
Grillen ist Steinzeit

talvisota
012
17.4.2012, 18:33
deswegen mach ichs ja

uga uga

linkslinker gutmensch
00
18.4.2012, 14:00

aaaaah, talvisota ugh ool. bobo kuda talvisota. haraka macha.

jumpingjack flash
00
14.5.2012, 19:06

ist damit was gutes gemeint sie mensch?

talvisota
00
22.4.2012, 17:42
:o)

hungrybear
42
23.5.2011, 21:38
grilltassen ....

... sind blödsinn ! sie schirmen das grillgut von der strahlungshitze ab ;-)

Standardnormalverteilung
00
18.4.2012, 09:24

Sie können die Grilltasse ja unten mit Auspufflack lackieren. Der hält auch die Hitze aus! ;-)

talvisota
01
17.4.2012, 18:34
da gibts schwarz emaillierte aus blech

die kann man wiederverwenden und geben die hitze viel besser ab, als das alu-wegwerfdings

grandia
13
10.5.2011, 11:40
tip zum "gesunden" grillen ...

#1 ... donauinsel meiden!

Schrei
912
10.5.2011, 11:32
Wieso ?

Wieso wird jemand übers Grillen befragt der laut eigenen Aussagen NIE grillt und sich auch nicht damit auskennt ?

Klar wird der dann alles schlecht reden wenn er selbst keinen Tau davon hat.

Die Dosis macht das Gift. Iss 3 Tonnen super gesunden Bio Salat an einem Tag und du nippelst auch ab.

Graf Robert von Donnerstag-Dachsenstein
64
10.5.2011, 14:28

"Unnötig" ist eigentlich sehr höflich für Ihr Posting.
Da würden mir ganz andere Eigenschaftswörter einfallen....

valtheWU
23
als absolutes must-not unter grillmeistern gilt ja,

einen hutter einzuladen, denn dieser macht das ganze sehr bitter!

Stefan Weilhartner
 
28
Und ich dachte es geht hier um grillen

"Am einfachsten und wirksamsten ist es, das Fleisch auf Alufolie oder auch in Aluminiumschalen zu legen, bevor es auf den Grillrost kommt. So ist es vor den aufsteigenden Dämpfen geschützt."
Ja, dann kann ich es eh gleich in der Pfanne in der Küche machen.
Grillen geht anders: Man besorgt sich ein perfektes Steak (südamerikanisches Rind kann empfohlen werden) und schmeißt gleich mal sämtliche Marinaden in den Mistkübel.
Dann haut man das am Grill über einen Hotspot, wendet das Teil 1x zur richtigen Zeit (schwierig) und wenn es auf der anderen Seite auch die richtige Farbe hat legt man es zum entspannen und durchziehen auf einen Warmhalteplatz am Grill, evtl. mit eine Aluschale darüber ("Backofenlike"). Salz Pfeffer nachher am Teller.

Stefan Weilhartner
 
05
und wer das Teil dann ein zweites mal umbringen will

haut noch ordentlich Billigsdorfer-Ketchup und andere Fertigsaucen drauf.

Und für die Gesundheitsfreaks, die unbedingt mit dem Griller nicht grillen wollen:
Lachsfilet mit frischem Dill oben drauf und Zitronenfilets darüber in Alu gewickelt am warmen Grill dünsten. (Alufolie vorher noch mit Öl bepinseln und Hautseite des Lachses nach unten, wenns noch ein Lachs ist) schmeckt super, hat aber mit grillen nix zu tun.

Gehoarg
111
29.4.2011, 08:20
Ein Problem beim Grillen...

(und der Grund, warum ich nicht gerne dazu eingeladen werde) ist, dass die Leute immer Unmengen an minderwertigem Fleisch (Schweinsbauch, Würstl) aus dem Supermarkt karren und auf den Griller werfen, so viel, dass es für die doppelte Anzahl an Leuten reichen würde. Und dann wird man gemästet: "Magst ned nu a Käsekrainer? Jetzt ist sie schon fertig."
Gaaaaaanz selten, dass jemand etwas qualitatives in vernüntiger Menge grillt...

Ed Sackbauer
00
20.4.2012, 13:00

Na ja. Einfach schlechte Gesellschaft.

grandia
121
10.5.2011, 11:45
das ist kein problem ...

das problem besteht bei euch einheimischen. es besteht deswegen weil ihr solche ungustl seid und auf gramm abgewogen einkauft und konsumiert.

auf die idee gekommen das zufällig ein freund oder gast mitessen möchte?

typische österreichische gastfreundschaft ... zum gast: "geh nach hause, ich kann dir nix mehr zum essen und drinken geben und ausserdem will ich meine ruhe haben" ...

Standardnormalverteilung
02
18.4.2012, 09:29

Sag mal, geht's dir noch?
Kann es vielleicht daran liegen, dass DU ein Ungustl bist (ganz wurscht, wo du her kommst) und dir deswegen niemand was geben will? ;-)

linkslinker gutmensch
03
18.4.2012, 08:43

Gleich beim ersten Satz scheitern ist aber auch eine Kunst.

Stefan Weilhartner
 
11
bring your own food

ich mach das manchmal mit freunden in linz, wo der host im wesentlichen seinen griller mit kohle und eine sitzgelegenheit mit geschirr zur verfügung stellt. da nimmt sich dann jeder sein zeugs mit, was er will - also essensrohmaterialien und getränke. und wenn jemand analogfleisch mit E6xx-Gewürzen von der Tanke haben will, dann darf er das auch mitbringen. wenn ich rechtzeitig eine einladung bekomme, kann ich mir einen kuh aus der kühlabteilung vom metro hintreiben. osterreichisches rind von der supermarktteke oder teilweise auch metzger kann man meistens vergessen, weil dieses fleisch nicht genug gereift ist. am besten fragt man beim metzger ob das rindsfilet frisch ist. wenn dieser sagt - ja, das ist frisch, dann einfach mal nicht kaufen

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