Eis wird langsam bio und schnell teurer

21. April 2011, 14:12
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Die heimischen Eishersteller haben wegen der deutlich gestiegenen Rohstoffpreise auch die Eispreise erhöht

Wien - Die österreichischen Eismacher haben wegen deutlich gestiegener Rohstoffpreise, unter anderem für Kakao und Haselnüsse, die Eispreise erhöht. "Durchschnittlich um vier Prozent, die kleine Tüte aber um 20 Cent auf 1,2 Euro", sagte Silvio Molin Pradel, Obmann der Berufsgruppe der Eissalons in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) im Gespräch mit der APA. Die vergangenen sieben Jahre sei der Eispreis aber konstant gewesen. Marktführer Eskimo erhöht nur bei einigen Magnum-Sorten den Preis um 10 Cent. "Man beobachte aber die Situation", hieß es aus dem Unternehmen.

Schlechter Sommer 2010

Ein schlechter Sommer hat den Eiskonsum 2010 leicht gedämpft: Die Österreicher verspeisten Eis im Wert von 310,6 Mio. Euro und damit um 1,1 Prozent weniger als im Jahr davor. Der Umsatz im Lebensmitteleinzelhandel stieg aber leicht um 0,2 Prozent auf 102,7 Mio. Euro. Eis-Hersteller Eskimo, eine Marke des Unilever-Konzerns, konnte seinen Marktanteil von 76 Prozent im österreichischen Handel halten, sagte Eskimo-Markenmanagerin Marlies Gebetsberger.

Bei Eskimo sehe man einen Trend zu verstärktem Konsum zu Hause und außerhalb der Saison. Die Eigenmarken der Handelsketten seien "große Angreifer", so Gebetsberger. Mitbewerber Schöller liegt mit einem Marktanteil von 2 Prozent weit abgeschlagen.

Eis am Stiel und in der Großpackung

Rund 35 Prozent des gesamten Eis-Umsatzes von 310 Mio. Euro wird derzeit in Österreich mit Großpackungen gemacht, gefolgt von Kleinpackungen ("Eis am Stiel") mit 23 Prozent. Nur 17 Prozent und damit rund 53 Mio. Euro wird in Eissalons erlöst.

Das Thema Nachhaltigkeit wird im Eisgeschäft langsam aufgegriffen: Für das Magnum Ghana Cocoa wird von der NGO Rainforest Alliance zertifizierte Schokolade aus nachhaltigem Anbau verwendet. Bis 2015 werde bei Eskimo für alle Magnumsorten nur mehr zertifizierte Schokolade verarbeitet, sagte Gebetsberger. Auch Eismacher Molin Pradel ortet einen Trend in Richtung "Bio" und Nachhaltigkeit. In seinen Eissalons verwende er Bio-Milch und Bio-Erdbeeren. "Die Kundschaft verlangt Qualität". Die höheren Eispreise hält er aber für verkraftbar: "Für Eis hat man immer Geld." (APA)

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    Eislutschen kommt wie man sieht auch in der Tierwelt an - und der sind die Preise ohnedies reichlich "wurscht".

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